Band 
Zweiter Band.
Seite
288
JPEG-Download
 

288

hundert« zu Agaunum bereits bestanden hat 1 . Verspätetschreiben Andere die Stiftung einem angeblich um 500 er-nannten gleichnamigen Bischöfe zu 2 . Die von Faustus, einemSchüler des h. Soverinus, verfasste Biographie dieses Heiligenerzählt nemlich: Soverinus, Abt zu Agaunum seit 30 Jahren,habe Chlodwig, der im 25. Jahre seiner Regierung (seit 481,also im J. 505) in zweijährige Krankheit gefallen, wunderbargeheilt (also im J. 507, kurz vor dem fränkisch-westgothischenKriege) und vor seinem bald nachher auf fränkischer Erde,in Castro Kantonensi Senoimm (Chateau-Landon im Gebietevon Sens) erfolgten Tode ihn selbst, den Verfasser, zum Nach-folger im Amte ernannt 3 . Anfänglich eigener Regel, befolgte

1) So Blavignae S. 39, Gelpke I. 94 f. und Ford S. XXXVI, diesermit „man glaubt.“ Für die Gründung im 5. Jahrhundert beruft sichBinding I. 134 N. 470 auf die vermeintlich sehr früh geschriebene VitaS. Romani Praef. und c. 4; s. jedoch über diese Vita I. 523 f.

2) So P. Sigismond S. 93 ff., der diesen Theodoras im J. 498 zumEpiscopate befördert.

3) Die ächte, von Faustus verfasste Vita S. Severini, Ahbatis Agau-nensis, bei Mabillon AA. SS. 0. B. I. 568 ff., wohl zu unterscheiden vonder spätem, durch einen Ueberarbeiter zur Zeit Karls des Gr. interpolirtenVita in AA. SS. Boll. Febr. 11. 549; Inschrift zu Chateau - Landon beiBouquet XVI. 19; Usuard Martyrol. Id. Febr. (11. Febr.) S. 28. b. Mol. II:Eodem die Castro Nantonis (natalis) S. Severini, abbatis monasterii Agau-nensis, cuius precibus dei cultor rex Chlodoveus a diutina infirmitate sualiberatus est (dazu Molanus S. 29 a. N. 1 über die zwei Recensionen derVita; s. hievor); Aimoin GFr. I, 24. Vgl. Valesius Rfr. VII. 338, Le-cointe a. 506, III-VII, a. 507, XIII, Pagi a. 508, XI- XIII. a. 515, VII,IILFr. III. 111 ff., JvMüller I. 121 N. 109, Schmitt I. 146 X. 5, GelpkeI. 110 ff., Gremaud im MFrib. IV. 324 f. und Forel S. XXXVI. PetaviusI, 7, 4 will Severin nicht als Abt des Klosters Agaunum gelten lassen, weildieses, nach Ado, erst vom Könige Sigismund gegründet worden sei(s. unten); die Heilung nimmt er an und setzt sie in’s J. 508, wobei aberder fränkische Feldzug übersehen wird. In letzterm Irrthnme ist auchValesius Rfr. VI. 305 f., indem er Chlodwig um 508 geheilt werden lässt;ebenderselbe NG. S. 2 verwirft jedoch die Angaben Usuards und Aimoinsvon Chlodwigs Heilung durch Severinus, weil das Kloster Agaunum nachMarius im Jahre vor Gundobads Tod (f 516), vier Jahre seit dem TodeChlodwigs (f 511), nach Gregor von Tours seit dem Ableben Gundobads,nach Fredegar und Aimoin sogar erst auf die Ermordung Sigerichs durchSigismund erbaut worden sei; er verweist hierüber auf Rfr. VII. 338.Die Angabe des Marius, dass das Kloster Agaunum im J. 515 von Sigismund