Band 
Zweiter Band.
Seite
307
JPEG-Download
 

307

durch Verrath bewirkten Gefangennahme Sigismunds, sowieden Namen des Haupts der Verräther 1 ; endlich die Namen

luste von zwei (?) Sehlachten, floh Sigmund nach St. Moritz. Dort wurdeer in Mönchskleidung' gefunden“ u. s. w. Daguet S. 35 f. lässt die Mönchs-kleidung weg und hält sich im Uebrigen an Marius und Gregor. BornhakS. 260 behilft sieh mit der Angabe, Sigismund habe zu entkommen ge-sucht, indem er in Mönchskleidung in Agaunum eine Zufluchtsstätte zufinden hoffte.

1) Passio S. Sigism. c. 9 (nach der hievor, S. 305 N. 1 angeführtenStelle) ibi pauci ex burgundionibus ad ipsum conuenientes quasi causaamoris ad sepulcra sanctorum martyrum (Vulg. sep. Sanctoium ohne mart,.)sub quadam custodia latenter perducere promiserunt. Qui dum ad dau-suras ipsius (Vulg. Agaunensis zusätzlich) monasterii peruenissent. expec-tahant agmina hurgundionum una cum francis. cum instar iudae traditorisChristi trapsta burgundio in eum manus iniecit. et uinctum catenisobtulerunt. Zu sepulcra Sanctorum bemerkt Benschen S. 86 N. q: Agau-num videlieet. Mit clausurae monasterii ist der Engpass gemeint, inwelchem das Kloster liegt. Gregor von Tours und die von ihm abhängigegrosse Mehrzahl der fränkischen Chronisten erwähnen den Verrath nicht,sondern lassen Sigismund ohne Weiteres von Chlodomer gefangen ge-nommen werden; s. oben S. 301 X. 2. Dass verrätherische UnterthanenSigismund an die Franken ausgeliefert haben, wird dagegen von Marius,nach ihm von Freculf hervorgehoben; s. oben S. 301 f. N. 2. Das Näheredes Verraths erhellt einzig aus der Passio S. Sigism. a. O. Darin istjedoch der Bericht der Passio offenbar übertrieben und unhistorisch , dasser von agmina Hurgundionum spricht, die beim Verratbe mitgewirkthätten, und im Vorhergehenden den Verrath als Folge eines allgemeinenAbfalls des Volkes darstellt (s. dagegen oben S.303 u. I. 183). Aehnlich be-richten zwar die Acta S. Albani von Sigeard bei Canis. Loot. ed. KasnageIV. 162: Dignus tarnen per omnia hie erat vir (Sigismund), qui meliorisftdei populo regni fastigio praee.sset, non cuius rcbellione et insidiis cir-eumventus occumberet (JvMüllcr 1. 124 N. 121. c. benutzt den Anfang derStelle); diese Acta sind jedoch uuächt (Canisius S. 154 und liasnageS. 155 {.). Wenn Marius sagt: Sigismundus Rex Hurgundionum a Bur-gundionibus Francis traditus est, so ist das zweite Burgundiones nichtvom Volke, wie das erste, zu verstehen; die Stelle besagt einfach: derKönig der Burgundionen sei von Unterthanen den Franken ausgeliefertworden. Wahrscheinlich hat aber der Verfasser der Passio S. Sigismundiin der Stelle des Marius das zweite Burgundiones fälschlich auf das Volkbezogen und auf Grund dieses Missverständnisses die Erzählung von demdurch das abtrünnige Volk am Könige begangenen Verrathe ausgeheckt.Dieser Verrath kann nun aber nicht das Werk des Volkes, das sich nach-gerade für das Königshaus erhob, sondern nur einer Rotte von treulosenBurgumlioneu gewesen sein, die sich den tranken gefällig machen wollten

2U