322
untersuchen 1 . Ein Reliquiarium, worauf die inschriftlichenNamen Rihlindis und Undiho nebst anderen angebracht sind,gehört wol dem Gebiete Altburgundiens, aber erst der frän-kischen Zeit an 2 3 ; gleichwohl ist dasselbe schon wegen Nen-nung der Künstler Undiho und Ello kunsthistorisch sehr beach-tenswerth (I. 230 N. 4). Am Ehesten dürfte noch das eiserneObertheil eines primitiven Abtsstabes von einem der erstenAebte des Klosters * altburgundionisch sein, wenn die angeb-liche arabische Emailarbeit desselben sich bei näherem Unter-suchen als eingelegte Arbeit der Art, wie sie auf den burgundio-nischen Gurtplatten vorkommt, herausstellen sollte. Hat mandoch die Arbeit solcher Platten auch schon als arabische an-gesehen (I. 227).
Späteres, betreffend das Kloster Agaunum 4 .
Aus der späteren Geschichte des agaunensischen Klostersmag hier erwähnt werden, dass dasselbe, wiewohl im J. 565der Schauplatz roher Gewaltthätigkeit der Mönche (I. 198 N. 8),später, um 600, eine berühmte Stätte christlicher Jugendbil-dung war (I. 178); dass die Langobarden unter dem Heer-führer Zafan im J. 574 bei einem Einfalle in’s Wallis dasKloster einige Zeit besetzt hielten, hierauf aber durch dieFranken bei Bex eine Niederlage erlitten, aus welcher We-
1) Ein mageres Verzeichniss des Schatzes gibt Chanoine Beck in Pa-negyrique de St. Maurice . . par Mr. l’Abbö Montagnoux, Frib. 1861,S. 47 fif.
2) Wackernagel S. 353.
3) Bei Beck a. 0. S. 50.
4) Dass, abgesehen vom Kloster, die Ortschaft Agaunum in mero-vingischer Zeit nicht unbedeutend war und namentlich eine königlicheMünzstätte hatte, beweisen die zahlreichen, daselbst geprägten merovingi-schen Goldmünzen mit den Prägortsangaben: ACAVNO . ACAV .ACVNOu. dgl. mit vor - oder nachgesetztem FIT oder ohne solches. Siehe D’An-greville Numismatique Vallaisannc, Genfeve 1861, S. 17 ff. und Le GlobeV, Geneve 1866, S. 89, nach Ponton d’Amecourt Essai s. la numismati-que Merov., der auch spätere merovingische Münzen mit der LegendeSCI MAVRICI erwähnt. D’Angreville a. 0. S. 22 f. schreibt letztere derAbtei St.-Moritz zu (s. unten).