Band 
Zweiter Band.
Seite
353
JPEG-Download
 

353

Rauracence und die Civitas Basiliensium betrifft, so ist eszwar eine gewöhnliche Annahme, dass im 4. Jahrhundert inAugst ein Bischofssitz gegründet, in späterer Zeit aber vondort nach Basel verlegt worden sei x . Beides ist jedoch höchstunsicher 1 2 . Adelphius, der in einigen Concilsammlungen am2. Concile zu Orleans (533) als episcopus Rauracensis unter-schrieben ist und für den ersten urkundlich bezeugten Bischofvon Augst gehalten wird, ist als solcher zweifelhaft 3 . Dagleichzeitig mit Adelphius einige Bischöfe Burgundiens, nem-lich die von Vienne und Au tun, unterschrieben sind, soschloss man hieraus voreilig, auch Augst habe vorher zuBurgundien gehört, sei aber mit jenen Städten im J. 533bereits im Besitze der Pranken gewesen (S. 73 IST. 1). WennAugst damals überhaupt ein Bischofssitz gewesen ist, sogehörte es doch aus den weiterhin anzuführenden Gründennicht zu Burgundien; jedenfalls erscheint es nicht unter denam epaonensischen Concile vertretenen Bischofssitzen. PortusAbucini war ein politisch unbedeutender Ort und so auchkein Bischofssitz; er gehörte ohne Zweifel zur DiöceseVesontio.

Wie Salodurum (Solothurn) in der Notitia Galliae nichterwähnt ist (S. 345 f.), so figuriert diese Stadt, weil sie im Mit-telalter, ja bis in’s 19. Jahrhundert kein Bischofssitz gewesen,auch nicht unter den Bischofssitzen jenes Concils; ihre Zuge-hörigkeit zu Burgundien wird aber aus der Polgeuntersuchungerhellen und ist schon im Mittelalter bezeugt 4 .

1) Car. a S. Paulo S. 152 und Schmitt I. 106. 114.

2) Gelpke I. 265—288. Lütolf S. 231 ff. sucht zu beweisen, dassBasel schon in römischer Zeit ein Bischofssitz gewesen sei.

3) S. 73 N. 1; Lütolf S. 247 ff. 278. 290 sucht denselben als Theil-nehmer schon des 1. Concils zu Orleans (511) zu vindicieren und ihn fürBasel zu retten.

4) Einhard Transl. SS. Marcelli et Petri in AA. SS. Coli. Jun. I.184; vgl. Stalin I. 223 N. 1. und Lütolf S. 170. Ueber die angebliche,in die Burgundionenzeit fallende Zugehörigkeit Solothurns zum GenferBisthume s. hievor S. 350 N. 3.

Jahn, Geschichte d. Burgundionen. II.

23