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Zweiter Band.
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einfach, verdehnt in oeyen und angefugt in Feutorsoey,G-rodoey (Grodei) u. dgl., dem westlichen Theile des Ober-landes (Frutigen, Simmenthal und Saanen) durchaus eigen.Dieses oey ist aber nichts Anderes als das specifisch nor-dische ö, öe, welches von Scandinavien, Dänemark und Fries-land bis nach England hin als Namensendung von Inseln undam Meere gelegenen Ansiedlungen vorkommt, übrigens schonim gothischen Alterthume namengebend gewesen ist h DenOberländer Dialect im Allgemeinen betreffend, ist das Sin-gende, Harmonische der Aussprache besonders bemerkens-werth * 1 2 : dasselbe zeigt sich vornemlich im östlichen Landes-theile (Hasli), wie im südwestlichen (Saanen) 3 , und (merk-würdig genug) die nemliche Eigenthümlichkeit kehrt in derromanisch redenden Schweiz wieder, zunächst und besondersstark in den Ormonds, mehr oder weniger aber auch in jenemganzen Theile der Schweiz. In grellem Gegensätze dazusteht die rauhe und trockene Aussprache des alamannischenVolkstheils. Man geht kaum fehl, indem man in letzterereinen Nachklang der ursprünglich rohen und trotzigenGemüthsart des Alamannen, in jener singenden, weichen Aus-sprache die einnehmende, sanftmüthige Art des Burgundionenwiederfindet; jedenfalls unterscheiden Merkmale jener ursprüng-lichen Charakterverschiedenheit (I. 122. 123) noch jetzt denalamannischen Berner sowohl vom Romanen als vom Ober-länder. Was für die burgundionische Abstammung der Ober-länder mit Bezugnahme auf ihre uralt einheimische Bauartim Frühem gesagt ist (1.196 f.), muss hier ferner in Betrachtgezogen werden. Hierzu kommt sodann, dass die Geschick-lichkeit im Verarbeiten von Holz zu Geräthen, welche wirals ein charakteristisches Merkmal des Westschweizers,namentlich des Waadtländers, und als ein burgundionisches

risch burgundionischen Gegenden Frankreichs und der romanischenSchweiz nach, zieht aher aha u. dgl. irrig herbei und übersieht, dass dieEndungen y meist von iacum herkommen (so auch S. 259).

1) Jahn Chr. KB. S. 341 und oben I. 37 N. 5.

2) Wurstemberger I. 353 N. 15.

3) Gatsohet in M. Wirths Statistik d. Schweiz I. 318. 319.