denn, dass man ein besonderes Interesse hätte, solches ab-zuläugnen. Derlei Mehrausgaben treffen jedoch vorzugsweisedie unvermögliche Klasse, die ihre täglichen Bedürfnissenur im Kleinen sich anzuschaffen vermag, also den gröss-ten Theil der Bevölkerung. Einen Beleg zu dem Gesagtenliefert die in Oesterreich jüngst vorgenommene Münzregu-lirung. Alle Lobgesänge, womit dieselbe einbekleidet wurde,verstummten bald, und verwandelten sich, als die Einfüh-rung wirklich erfolgte, in das Gegentheil, denn man sahnun bald ein, dass die damit verbundenen Nachtheile diegeringen Rechnungsvortheile weit überwogen, überhauptkein Kunstwerk zu Tage gebracht worden war. Sollen dieVölker sich alle mit derartigen Aenderungen nothwendigverbundenen Unannehmlichkeiten und Nachtheile gefallenlassen, so haben sie gewiss auch das vollste Hecht zu ver-langen, dass ihnen durch solche Neuerungen wirklich an-derweitige Bequemlichkeiten geboten werden, und man ihnennicht etwas Gewohntes und für sie ganz Brauchbares nimmt,und dafür eine höchst unbequeme, vielleicht sogar nach-theilige Einrichtung aufbürdet. Es ist ein Verbrechen ander Menschheit, hier leichtsinnig zu Werk zu gehen, nurseine Person zu berücksichtigen, seine Ansicht und seinenWillen als allein geltend zu betrachten, unbekümmert umalle übrigen Menschen. Experimente sind hier durchaus amUnrechten Platze, und hat ein Volk ein paar solche durch-gemacht, oder sieht es diese Wirthschaft bei seinem Nach-bar, so ist ihm das minder gute weit lieber, als durchmehrere Leiden zum bessern zu gelangen, wobei es nochimmer in Angst sein muss, ob nicht in kurzem eine aber-malige Aenderung zu seinem Schaden vorgenommen wird.
Nun gebieten aber der herrschende Culturzustand, derinnige Verkehr aller Völker, sowie die Rechtsverhältnisse,daß in Bezug auf die Einheit der Maße, Gewichte undMünzen ein energischer Schritt geschehe, und dem daselbst
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