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Beiträge zur Palaeontographie von Oesterreich / herausgegeben von Franz Ritter von Hauer
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^ UEBER FOSSILE KREBSE AUS DEN RAIBLER SCHICHTEN

IN KAERNTHEN.

VON ' .» " ’ ■ ’ 1 '

I) R AUGUST E. REU SS.

K. K. PROFESSOR.

MIT EINER TAFEL.

(EINGELANGT DEN 16. MÄRZ 1868.)

Die Scliichtenfolge der Umgegend von Raibl in Kiirnthen ist von Herrn Bergrath Fr. v. Hauerin seiner lehrreichen Abhandlung über einen geologischen Durchschnitt der Alpen von Passau bis Duino(Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften in Wien 1857, Bd. 25, S. 253 ff.), sehr klar undausführlich erörtert worden. Wie daraus zu ersehen ist, spielt die Trias dabei eine besonders wichtigeRolle. Im Gebiete derselben unterscheidet man von unten nach oben:

1. Werfener Schichten;

2. Guttensteiner Kalk (Muschelkalk);

3. helle Dolomite mit globosen Ammoniten, grossen Chemnitzien (Dolomit von Petzen und von Esino);

4. dunkle Schiefer mit Ammonites Aon, Ilalobia Ijommeli, Fischen, Krebsen und Pflanzen;

5. Raibler Schichten — bräunliche Mergelkalke und Mergelschiefer mit zahlreichen Verstei-nerungen, unter denen die Bivalven auffallend vorwiegen, die Cephalopoden und Gasteropoden aber nursehr spärlich vertreten sind. Die meisten Petrefacten sind diesen Schichten eigenthümlich; nur wenigestimmen mit solchen aus der übrigen obern Trias, besonders den Cassianer Schichten überein. Von denletzteren weichen denn auch die Raibler Schichten in Betreff ihrer Fauna sehr bedeutend ab. Herr vonHauer hat dieselbe in einer besonderen Abhandlung (Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften1857, Bd. 24, S. 537 ff.) genau beschrieben und durch Abbildungen erläutert.

Die unter Nr. 4 angeführten Halobiaschichten — dunkle, beinahe schwarze, dünnplattige kalkigeSchiefer — umschliessen neben Pflanzen und Mollusken auch Reste aus höheren Thierklassen, besondersFische und Krebse. Trümmer eines Fisches, des Lepidotus sulcatus Heck, wurden schon von Heckeibeschrieben und abgebildct (Denkschriften der k. Akademie der Wissenschaften, 1850, I. Bd., S. 242,T. 20, F. 3). Bei der Untersuchung der übrigen Arten überraschte denselben leider der Tod. Die Unter-suchung der Krebse hatte ich eben vollendet und ihre Resultate zum Abdrucke eingesandt, als mir daserste Heft des Jahrganges 1858 der Jahrbücher von Leonhard und Bronn in die Hände kam, welches eineSchilderung der Raibler Fische und Dekapoden aus der Feder des Herrn Professors Bronn enthält. Dadui-eh das Erscheinen derselben ein Theil meiner Arbeit überflüssig wurde, so beschränke ich mich hierau f die Beschreibung einer Species, die Herrn Bronn nicht zu Gebote gestanden zu sein scheint und aufwenige Bemerkungen über eine zweite von Herrn Bronn publicirte Art. Es soll dadurch noch einkleiner Beitrag geliefert werden zur vollständigeren Kenntniss der Fauna der Raibler Schichten , die zugleicher Zeit mehrere Bearbeiter gefunden hat.

Die mir vorliegenden Exemplare gehören theils der k. k. geologischen Reichsanstalt an, theilswurden sic von Herrn von Rosthorn zur Bestimmung der darauf befindlichen Fischabdrücke dem verewigten

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