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lisch noch mehr Schande macht, auch bei seiner Volljährigkeit undreiferen Jahren nie mehr Dessen gedachte, den er so muthwillig insUnglück gestürzt hatte. Der alte Regierungsrath (wovon unten) kannteihn genauer: „Geben Sie Acht," sagte er mir, „er macht IhnenStreiche!"
Zuerst ging es nach Westphalen zu den hohen Anverwandten. Siegefielen dem Neffen nicht, denn sie sagten ihm zu ehrlich und biederins Ohr, was er, seinem höchst eigenen Ausdrucke nach, wieder zumandern hinausgehen ließ. Holland gefiel ihm noch weniger. Ohnesein Wissen befand er sich von Zwoll aus plötzlich auf der Znydersee,denn ich wollte ihn von seiner hebräische» Wasserscheu gründlich kuri-ren — diese ging so weit, daß er bei dem Besuche seiner Braut im-mer einen Umweg nahm, um den schiffbaren Fluß auf einer Brückepassiren zu können — folglich gerieth er hier in eine Angst, als wennich mit ihm die nordöstliche und nordwestliche Durchfahrt suchen undeine Reise um die Welt wagen wollte. Die Kur war zu heroisch fürden Schwächling; er zitterte und machte mir Vorwürfe, verwies aufdie Wichtigkeit seiner Person, und ich verwies ihn mit holländischemPhlegma auf die treffliche Devise unseres Seekapitäns, die vorn amSchiffe geschrieben stand: "p is nist anders. ' — In Amsterdam er-wachten die Ammeumährchcn von Seelenverkäufern, und alle Mühe,ihn nach Saardam und Broek zu bringen, war vergebens, denn manmußte ja üst V ^ passiren; in Schcvclingen erbebte seine Seele, alsich von der kurzen Ueberfahrt nach dem herrlichen London sprach —Huinrs zours soulomont ä Uondres! ° Er kreuzte und segnete sich.Mit Mühe brachte ihn das Trekschuit noch bis Rotterdam und Utrecht;er verwies mich auf den Prediger zu B., der beim Reiscantritt unseingesegnet und von heiliger Stätte herab mich apostrophirt hatte: Ver-gessen Sie nicht, welches theure Pfand Ihnen anvertraut wird! Kurz,er machte mich für sein Leben verantwortlich.
Nos vuwerus vumus 6l truges eon8nmere vati! *
Wir verließen Holland bald — man mußte da Holländisch oder
t ES ist nicht anders. — r Ein Arm der Auydersee in Holland. — 2 Nur vierzehn Tagein London!
* WaS sind wir als ein Haufen ohne Namen
Bloß zum Verzehren gut. (Wieland'S Uebersetzung.)
Bei den aus Horaz citirten Stellen geben wir in den Oden die Ucbersetznng RamlerS, inden Satiren und Briefen die Übersetzung WielandS. Beide find zwar jetzt etwas veraltet;die Uebersetzung WielandS ist etwas breit, oft sehr weitschweifig und nicht einmal im Vers-maße deS Originals verfaßt; allein alle späteren (vor allen Doß) kommen dennoch den beidenGenannten nicht gAch; Ramler ist bis jetzt in der Geläufigkeit der lyrischen Versmaße nochnicht übertreffen, Wieland nicht in der leichten und gefälligen Conversationssprache, wie siesich für die Satiren und Briefe eignet.