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Hellfelds Definitionen wieder verlangte, die sie einst am Schnürchenhatten? geistliche Lieder, Fragbüchlcin und Latein ohne Schnitzer?
Die vornehme Welt studirt täglich, wie sie ihre Bedürfnisse ver-mehre, die niedere martert sich halb todt, um nur das Nothwendigsteherbeizuschaffen; Niemand hat genug, voin Kaiser bis zum Bettler.Wer Nichts hat, wünscht sich was, wer Was hat, wünscht sich mehr,und nur unsere jungen Ehemänner scheinen schon im ersten Monat ge-nug zu haben. Wir nennen es Freude, wenn ein Schmaus den an-der» jagt, die Vergnngungsorte zum Erdrücken voll sind, und manaußer dem Hause sein kann bis zum anbrechenden Tag, immer klagendüber schlechte und harte Zeiten. „Es lebe die Freude! Man lebt nureinmal!" ruft die Frau, und gibt lieber ein Hemd hin, ehe sie voinTanz oder aus der Komödie wegbleibt, und der Mann greift zu Mit-teln, die der Moralist und er selbst wohl tadelt; aber Eva ruft: „Eslebe die Freude!" Kinder und Gesinde hungern, und im Hause istkein ganzes Brod oder Licht... Manche reisen in Bäder, und zuHause soll wieder erspart werden, was man uunöthigcrweise im Badevergeudete. Die neuesten Moden müssen herbei, nichts ist fein genug— nian sieht dir auf den Kragen, aber nicht in den Magen. DasMaximnin ist bei manchen bürgerlichen Familien, wenn sie voin Adelgerne gesehen und eingeladen werden, weil dieser vor Langeweile ver-gehen möchte und Seinesgleichen gerade nicht haben kann. Ein solchesFreudenleben nannten unsere guten, sparsamen und dennoch frohsinni-gcren Alten in ihrer uumodischen Kraftsprache Luderleben I
Wahrer Freude folgt Nachgennß und Aufgewecktheit, Ausgelassen-heit aber rächt sich mit Katzenjammer. Johann konnte nicht leben erstieg von Stufe zu Stnse und konnte immer nicht leben, endlich kamer ins Zuchthaus, da konnte er leben. Der Einfachheit folgt Ruheund Friede im Gemüth, und Alle, die ein hohes Alter erreichtenwaren Leute von einfachen Sitten, die man jetzt nur noch unter den!Volke findet. Je unabhängiger unsere Glückseligkeit von Andern istdesto leichter ihre Erwerbung, und Einfachheit ist der Weg dazu'Dunkelheit und Anskommeik (Oompotom^) gleichen meinem grauenBiberübcrrock (Solmbatzo), der freilich höchst unscheinbar läßt aber be-quem ist, inag man auch darüber spötteln, wie über meinen Freundder stumpf gewordene Feuersteine zerschlug, rohclndc kölnische Pfeifenim Backofen frisch durchglühte, seine Tabaksasche durchsiebte und soimmer von einem Pfund Tabak wenigstens ein Viertel zu neuen, Lebenerweckte. Mein weiland schön violcttblaner Sommerüberrock (der wohl