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Eingezogcnheit mit mäßigen und uns leichten Geschäften halte ichhienicden für die angenehmste Existenz, und zu den Gefühlen, wovonso viel gesprochen wird, gehört auch das süße Gefühl erfüllter Berufs-Pflicht, wovon man weniger hört; gar Viele betrachten ihr Amt wieeine Domherrnpfründe, bis der Staat endlich aufmerksam wird und —säcularisirt.

Das Leben ist der Güter höchstes nicht,

Der Uebel größte« aber ist die Schuld! ,

Das Herz wird ruhiger, wenn man von Menschen ferne ist; aufdem Berge Gottes, wo der Tempel der Einsamkeit steht, erscheinen sieuns, selbst wenn sie wie Gockel auf Höhen sitzen, nur klein, und ihrGetreibe so armselig, daß man sie unmöglich hassen, wenn auch nichtlieben kann —

Drum entsagt' ich der Welt, floh auch die Menschen gern,

Winkt ein freundliches Hiittchcn mir,

Ucbcrschattet mit Laub, tief in dem Thals versteckt,

Und getheilet mit — Lcnchcn!

Und zu solchem Dasein führt am leichtesten — stndiren. Studircnhat alle Vergnügungen und alle Charaktere der Leidenschaften, ohneihre Nachtheile, macht möglichst unabhängig von Menschen und Schick-sal, einig mit sich selbst, mäßig, zufrieden und schuldlos. Einsamkeitund Stille sind sein Genuß, Zeit sein kostbares Gut, nie ist manweniger allein, als wenn man allein ist, und wenn Besuche eine Ehresind, so sind oft keine eine noch größere. Die cko» Vaeun» > ist diewahre Minerva des Gelehrten, und nur der griechische Weise, der ^

über die gefundene Wahrheit sein triumphirendes » ruft, begreiftganz die Freude einer gefundenen Wahrheit. Lot äsus in nobis.»

Man beliebe Plinius Textesworte (Vlll. vxtst. l9.) vorlesen zu hören.

Die Einsamkeit, die sich der Weise wählt, um niit sich selbst um-'zugehen, seine Ideen zu entwickeln (und zu berichtigen, — wovon »

Tausende gar keine Idee haben), und die Schätze des Geistes aller ^

Jahrhunderte zu genießen, macht keineswegs mürrisch, wenn man mit t

seinem Geiste unter den Menschen bleibt, höchstens ein bischen minder 1

gewandt, allzu offen und ehrlich. Langeweile kann nie quälen, und

> Die «»römisch- (sabinische) Göttin d-r Muße (bei Horaz), welcher wahrscheinlich dieSandle»» nach Vollendung ihrer Feldarbeiten zu opfern pflegten. — r Ich hab'« aefunden —s In >inS lebet ein Gott.

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