Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
183
JPEG-Download
 

183

Operette Iss ävux avares r fragt der Eine: „Zu wie viel Procent?"„Zu zwei." „Bist du klug?" „Für die Stunde, Freundchen! für dieStunde" — und das ist auch der einzige Witz im ganzen Stück. VollZorn sagt ein Herr seinem Bedienten: „Wie? Schuft! du bist schonMorgens besoffen?" und ist durch die Antwort entwaffnet: „Ver-zeihung! ich bin es noch von gestern." — Jener Richter, der bei einemJudcneid die Fenster öffnen läßt: „O weih! was sollen mir dieFenster?" Meinst du, der Teufel soll mich auch noch um meine Fensterbringen?" überrascht damit den Betrüger zweckdienlicher, als mit allensonst üblichen lächerlichen Eidesccremonicn, die Schweinshaut nicht zuvergessen, auf die der Jude treten mußte! Der Senat Frankreichs über-raschte Bonaparte im großen Cercle mit dem durch so viele Intriguenerschlichenen Dekret über das lebenslängliche Consulat. — Bonapartezog die Antwort darauf — aus der Tasche, wobei gewiß Mancher sichauf die Zunge gebissen hat, um nicht zu lachen.

Ein ewiger Frühling und ewig wolkenloser Himmel hat nur Reizein der Phantasie der Dichter, die ja selbst mit dem blühenden Maiohne Früchte Aehnlichkeit haben. In der wirkliche» Welt würde ewigesEinerlei bald ermüden, und Alle, die die Vorzüge der tropischen Länder,wozu auch Schlangen, Tiger und Moskiten gehören, beneiden, be-denken nicht, was der Europäer an seinem Wechsel der Jahreszeiten hat,am Blütcnmonat, Kuckuk und an der Nachtigall, an Bädern und Ge-frorenen: in den Hundstagen, an Weinlese und melancholischen. Herbst-nebel, an der absterbenden Natur, und wenn die Dächer Zöpfe be-kommen, die sechsstrahlichten Sterne der Schneeflocken die Schlitten-bahn bereiten, oder den Eislauf — diese Poesie des Fahrcns! SelbstStubensitzer ergötzen sich dann an den Blumen in Büchern oder angefrorenen Fensterscheiben und an der Sonne im Ofen. Und gehörtnicht selbst das Erfrieren zu den angenehmsten Tvdesartcn? JenesFräulein voll Sentimentalität verstand die Sache besser; ihre Freundinfreute sich über das Grün des Frühlings; aber sie wies sie zurecht:„Wie oft ist es nicht schon grün geworden, ich wollte, es würde aucheinmal rosenroth!"

In diesem ewigen Wechsel liegen die Reize ewiger Neuheit; derewige Tag am Nordpol mitten im Sommer macht, daß der Schifferunaussprechliche Freude an der Nacht hat und am Licht in seiner Ka-jüte. Was wäre der Tag ohne Nacht, oder auch Dämmerung, in dersich Manche noch besser gefallen, und wo bliebe Morgenröthe, Sonnen-

> Die beid.n Geizhälse.