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Der Witzige wird sagen: „Bei gutem Wind und ruhiger See ist leichtsteuern, nur in Stürmen lernt man den Steuermann kennen." — „DerTod verschont Niemand," ist eine alltägliche Rede; aber wie neu undschön erscheint dieser Alltagsgcdanke, wenn ihn Horaz vorträgt:

kalliäa mors aoyuo xulsat xsäe xau^erum taderoas

Re^umciue turros — *

und Malesherbcs noch schöner:

pauvrs en sn. o»1)Lne, oü 1s ekaums 1s eouvrs,

Lst sugst L 868 1o!s,

Lt 1a xaräs, vo!Ue aux barrivres äu I^ouvro,

^'sn äekeuä PLS nos ro!s!^

Witzige Köpfe haben daher in der Regel die Gabe, gut zu erzählen,ordnen die Umstände, wie sie am passendsten sind, um das Ganze inein lächerliches oder auffallendes Licht zu stellen, Alles mit der Blitzes-schnelle des Gefühls; aber da sie der gewöhnlichen unästhetischen Ar-muth der Wirklichkeit durch Kunst aufhelfen müssen, so sind sie meistHistoriker ä In Voltaire. Die Wahrheitsliebe muß dem reizenden Witzweichen, und jeder Witzkopf mag sich selbst fragen: Bin ich heute nichtin meinen Urtheilen über Andere unbillig gewesen? Habe ich nichtgeflissentlich die falsche, lustigere Seite herausgehoben, um eines lau-nigen Einfalls willen? Gar oft wird er sich selbst zweideutig erscheinen,wenn er, entfernt von Bewunderern und Lachern, nach einem durch-kochten Abend sich selbst Audienz im Bette ertheilt.

Witz ist eine Würze, zuviel macht Ueberreiz, der zuletzt allen Ge-schmack an nahrhaftem, einfachern und gesündern Speisen verderbt undjederzeit von. Verfall des Geschmacks gezeugt hat. Manches herrlicheMahl wird durch verlegenes Gewürz verdorben, und so auch durchWitz. Natur, Urtheil und wahrer Geschmack erhielten die Werke Ho-mers, Virgils und Horazcns rein von Aftcrschönheitcn des Witzes,wovon schon Ovidius und Scneca wimmeln und noch mehr Tasso undmein guter Shakspcarc. Von ihrem oft geschraubten Witz gilt, wasPallavicini von Scneca sagt: Uorkum» i suoi oonoetti von ambra,oüe a korto oäoro «lanno in testa. b Galiani und Hippel, die als

r Der bleiche Tod betritt mit gleichem Fuß der Armen HüttenUnd der Könige Schlösser.

^ In Hütten unter- Stroh erliegen ArmeDes Tode- ew'ger Macht;

Er weicht von Königen nicht vor dem Kriegerschwarme,

Der an des Louvre Schranken wacht.

s Er räuchert mit Ambra seine Einfälle, damit sie durch starken Geruch in den Kopf steigen.