Allenfalls konnte man ihren Witz als Gypsabgnß noch ansehenund sie unter die — eleganten Juristen zählen, wenn sie nur nicht sogerne, im Gefühle ihrer Anstswnrde, zu echten Witzgeistcrn gesprochenhätten, wie die Epheser: „Ist Jemand unter uns, der cxcclliret, derpacke sich und cxccllire anderwärts." Zimmcrmann sagte einst in Ge-sellschaft eines solchen Mannes, der sich vieles gegen ihn erlaubt hatte,als gerade von Vipcrnbrühe die Rede war: „Kennen Sie die Eigen-heit der Vipern? man läßt sie zwanzig bis dreißig Mal beißen, dannverlieren sie ihr Gift." Wie oft hörte ich nicht selbst uralte Bade«mecumsgeschichtchcn; aber auch da gab es doch manchmal zu la<Ar,wenn z. B. die Regcntin ein solches Geschichtchen erzählte, alles pflicht-schuldigst lachte, und selbst der alte, harthörige Geheimerath, ob ergleich kein Wort vernommen hatte; er wollte nun auch seinen nnter-thäuigstcn Tribut entrichten und erzählte — dasselbe Geschichtchen!Wahrlich, es war schwer, diese Roß und Mäuler bloß mit der Ser-viette der Barmherzigkeit abzuwischen, und wenn schon witzige Köpfeoft die Gesellschaft verderben, was sollen erst witzige Tröpfe, die nurbei ihrem Hintritt — niit der Zeit fortgingen? Mutter Natur hat unsjedoch auch hier mit einem Schutzmittel ausgerüstet — mit dem Gähnen;so lange man gähnt, ist man taub, und ist man ohnehin auf einemOhr taub, welcher Fall nicht selten ist, so kann man mit aller Höf-lichtest sich darnach setzen oder die Hand vor das hörende Ohr legen,oder den Stockknopf.
Noch ekelhafter ist der Schnlwitz der Heftreiter und gelehrterBdcksbeutel auf unsern Alterthumsnniversitätcn, der doch immer seltenerwird. Dieser Witz wurde hergelescn und kam, wie die Heiligen imKalender, jedes Jahr wieder, da ja jedes Jahr für alte Späße neueZuhörer vorhanden waren; warum sich mit neuem Stoff angreifen?Solchen Witz konnte man vierzig Jahre lang, jedes Jahr am bestimm-ten Tage und znr bestimmten Stunde hören, und ältere Leser erinnernsich vielleicht hierbei eines hochberühmten Rcchtslchrers: „N. N. läugnct,sie aber behauptet, er sei Verfasser des Kindes." Sie stellten ihre gelehrtenGegner nur desto witziger an ihren Kathcderprangcr, je weniger sie sieöffentlich anzugreifen wagten. Von diesem Witz mag es denn herrühren,daß der Dtudentcnwitz nicht besserer Art ist, daher zu wünschen, daß diezu Hersseld in Schocken erscheinen sollenden Stndcntenwitzc beim erstenSchock 1829 es bewenden lassen möchten. Ihre Billigkeit verdientjedoch Dank, daß sie das Schock auf 60 Stücke beschränken, da zu