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zwar um so mehr, je mehr er iu Jahren fortschreitet, wo die besteLaune starke Zusätze von Bitterkeit zu bekommen pflegt, um jenenGleichmuth zu erhalten, der die silberne Schale ist um den Goldkcrneines festen Charakters.
Der Denker, gerade mit einem großen oder auch bloß ihm wich-tigen Gegenstand, sei es Elpizons Frage: „Sind wir unsterblich?"oder bloß Dcmokrits Frage: „Was ist lächerlich?" beschäftigt, sängtoft mitten in der Gesellschaft an zu privatisiern und thäte freilich besser,wegzubleiben, wie der, der sich gerade über eine widrige Nachrichtoder über einen unverdienten Wischer geärgert hat, wenn man nichtversteht, mit dem Stubcnschlüssel Alles in die Tasche zu stecken. Inder Gesellschaft muß man sich einmal gcnircn, und man lernt solchesauch bloß in der Gesellschaft, daher Leute von Welt mehr Gleichmuthbesitzen, als der poäsx xlambous ^ und der Stnbcnsitzcr. Selbst wennmau seine Zeit zwischen Arbeit und Gesellschaft zu theilen weiß undgemeinschaftliche Jdecnjagd (die ich zur hohen Jagd rechne und leiderschon lange entbehre) liebt, hat man Tage, wo man lieber allein ist,und wird man in Gesellschaft gezwungen oder zur Tafel, wo man ge-rade seinen Tag hat, so ist stille sein natürlich, was eine gewisseDame nie begreifen konnte, und mir oft mit Affekt sagte: „Heute sindSie wieder unausstehlich." Ich tröstete mich, weil ich in diesen Wortenstets einen Beweis sah, daß ich noch in Gnaden stehe. Nicht so jenerarme Nachtwächter, dem es stets Peinlich war, wenn er im WinterMorgens 4 Uhr singen mußte: „Der Tag vertreibt die finstre Nacht;"in übler Laune sang er einmal: „Es ist zwar noch ganz finstre Nacht,allein ich hab' genug gewacht," und verlor die Gnade seiner Magnifi-cenz des Herrn Bürgermeisters, der alle Neuerungen haßte.
Gleichgültige, leichtsinnige, kaltblütige oder gutgelaunte Menschenlächeln über diese üble Laune und waren es vermuthlich, die solche mitdem Einflüsse des Mondes und seiner Wandelbarkeit, oder mit den ver-dorbenen Säften des Körpers (üumorso) bespitznamt haben. Wirsprechen von Launen (lunes), die Franzosen von bello, bonno, ouwauvaisv üuwvnr,^ die Brillen von gooä oder vaä linmor, oder garout ok temxer; ° ja es ist charakteristisch, daß Iiumour bei Franzosenschlechtweg üble Laune bedeutet, üumvr aber bei Britten bittersüßenWitz. Britten haben wohl, wie die Großen und aus denselben Gründen,wozu noch ihre freie Erziehung und ihre Gnincen kommen, die meisten
i Der bleierne Ct... — r Mondswechsel — gute oder schlechte Launen — guter oderschlechter Humor. — 2 Wörtlich: außerhalb des Temperaments, höchst ärgerlich.