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sagen mit Epictet, was aber freilich schöner gewesen wäre, wenn esder Bote gesagt hätte: „Haltet mir (meine) frommen Faseleien zn gute,wie Verliebten; ich bin alt, bin nicht mehr recht bei mir." Wirwollen uns an seine Geburtsfeier halten: „Lange munkelte mau da-von; endlich wurde sie mit einem Pistolenschuß eröffnet; die Mittags-tafel bestand aus Reisbrei, Kalbfleisch und Kuchen, woraus mansehen konnte, daß seit Abraham der Luxus um ein Drittel gestiegen.Die Würze waren Gespräch und Fragen, z. B.: Warum ein Geburts-tag alle Jahr nur ein Mal gefeiert werde? Gegen Abend gab es eineWandoper und zum Schluß ein Feuerwerk, das von 10 Uhr 8 Mi-nuten bis 10 Uhr 8'/« Minuten dauerte; es bestand aus einem Peter-männchen von 1'/, Zoll und rcussirte ungemcin, denn Groß und Vielthuts nicht immer, der Mensch kann mit 1'/- Zoll recht glücklich sein,und wenn das die Leute bedächten, so würde viel Ach und Weh hic-nieden weniger sein."
Unsern Pfeffel darf ich nicht vergessen, der schon 1754 dasLicht der Augen verlor; aber desto Heller war es in seiner Seele,und noch steht der treffliche Blinde, Vorsteher der Kriegsschule zuColmar (gest. 1800), vor mir, wie seine Werke, die echt humoristischeZüge enthalten. Und warum mußte der deutsche Lafontaine Viel-schreiber sein? Stellen, wie nachstehende, finden sich manche in seinenzahllosen Romanen: „Wenn ich Morgens," heißt es in einem seinerbesten Romane, die Familie Halden, „hinter meinem thurmlangenSchatten gehe, spreche ich: Siehe, lieber Schatten, bist du nicht wieder Jüngling, dem an seinem Morgen die Erde zu klein ist? Wennich ein Bein aufhebe, hebst du eins auf, als ob du über zehn Morgenwegschreiten wolltest, und setzest du es nieder, so ist's kaum eineSpanne. Aber es gibt sich, lieber Schatten! Laß die Sonne desLebens nur höher kommen, du wirst schon kleinlauter werden, undAbends bist du ohnehin der beste Prediger des inemsnto mori, ^ immerlänger, immer unsichtbarer; die Sonne sinkt, du wandelst in die Ewig-keit." Auf einem Berge Spaniens, dem berühmten Montserrat, wohnenetwa siebenzig Mönche, zwölf von ihnen aber nicht im Kloster, sondernin Einsiedeleien, die jüngsten wohnen am höchsten, rücken immer weiterzum Kloster herab, wie ihre Vorgänger absterben; endlich gelangen sieins Kloster, wo die Gräber Aller sind.
Nicolai, dessen Humor mehr der Satire angehört, hätte ich schonfrüher nennen sollen mit seinen Meditationen des alten Kauz über
i Denke an den Tod.