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Küche) und Damen, da sie anstandshalber nicht auf Stecken reitendürfen, haben ihre Puppen, oder reiten, wie die Hexen, auf denBesen und Ofcngabcln des Leichtsinns, oder gar auf Männern. Schlauerkennen sie sogleich die Steckenpferde der Männer, wissen die Rosi-nante schlau zu leiten und den Don Quoxite aufsitzen zu machen, sooft sie allein sein wollen. Weit schlimmer als alle aber sind dieMenschen, die auf Menschen reiten aus Hochmuth, Bosheit und Lei-denschaft; je mehr die Leidenschaft wächst, desto stärker wird dieReiterei, vorzüglich bei Damen, während Maikäfer auf Maikäfernnur aus Liebe reiten, und höchstens einen Monat lang.

Mächtige Steckenreiter sind die Sammler aller Art, und dieBüchersammler stehen oben an. Herzog Karl von Württemberg sam-melte Bibeln, der Herzog von Weimar Stammbücher, und mich hatschon oft ein ein Jahr lang gesuchtes Buch, wenn ich es endlich auseiner Auktion um 24 Kreuzer erhielt, unendlich glücklich gemacht.Bücher haben einen Reiz, der dem Mctallreiz nahe steht, und Lutherauf der Wartburg, wenn er als Ritter Georg ausritt, ließ in derHerberge nie ein Buch unberührt, so oft ihm auch der Reitknecht sagte:„Herr, Ihr verrathet Euch, das thut kein Ritter!" Alte Münzenhaben noch nebenbei wirklichen Metallreiz, und ein gewisser Advokatgab recht gerne dem Bauern die verlangte Schrift, wofür er zweiThaler gefordert hatte, als dieser äußerte: „So viel habe ich nicht,aber einen Thaler mit 24 Köpfen." „Ach was! nun ja, hier ist dieSchrift." Der Bauer brachte einen Thaler in 24 Groschen! Undnun erst Thümmels Sammlung beschriebener Fensterscheiben! Ich kenneeinen Mineralogen, der sich vielleicht mit den seinem Kabinet nochfehlenden Stufen steinigen ließe nach Hebräer Weise.

Diese Sammler haben gewöhnlich noch eine sehr behusige, geheimeMaxime, daß es nichts auf sich habe, so ein lang in der Sammlungvermißtes Buch xar bricolo' auf den Pelz zu schießen, und so aucheine Münze, Muschel, Kräntchcn, Jnsectrc.; es ist der Finger Gottes,sagen sie und Gelegenheit macht Diebe. Zur Zeit, wo die Schauz-länfcr Mode waren, habe ich manches Büchelchen in die Schanzeschlagen müssen, und was heißt schießen auf unsern Universitäten?Immer noch verzeihlicher, als schwänzen! So schoß ein gewisser. Reichsgraf zu Rom einen Helm aus der Schlacht von Cannä. DerJäger, der ihn schießen mußte, und der Helm hielten sich so lange ineinem Kamin verborgen, da es Lärmen gab, so lange die erlauchte

* Gelegentlich.