Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
94
JPEG-Download
 

Ueber den Abfall der nordamcrikanischcn Kolonien. Wo doch vomiuusRootor hindachte, Primanern eine solche Aufgabe zu geben? Hch las,vierzehn bis fünfzehn Jahre alt, Griechen und Lateiner und deutscheDichter, aber noch nicht einmal Zeitungen, gab's meiner Dummheitschuld, daß ich mir weder zu rathen noch zu helfen wußte; mein Kost-herr, ein gutmüthiger Prediger, merkte meine Niedergeschlagenheit,ich beichtete, und er versprach mir zu helfen. „Genießen Sie ruhigIhre Ferien." Er diktirte mir die ganze Abhandlung in die Feder,ich übergab sie, und nach einigen Wochen fragte er: „nun, wieist's gegangen?" Statt der Antwort holte ich die korrigirte Abhand-lung, an deren Schluß mit rother Dinte geschrieben stand: „DummesZeug!"

Das Größte wie das Kleinste nimmt die Gestalt des Stecken-pferdes an sich. Der Spiegel ist das Steckenpferd des Weibes, dasGold das des Geizigen, der Ruhm das des Soldaten und Gelehrten.Das Steckenpferd der Lust kennt der Jüngling wie der Mann, undGroßvaterstnhl, Sopha und Bett ist das Steckenpferd des Alten. Häuser,Gärten, Pferde, Wagen, Hunde, Katzen, Vogel, Karten rc., Frau undKinder nehmen die Gestalt des Steckenpferdes an. Catilina's Verschwö-rung war das Steckenpferd Cicero's, wie Himmel, Heilige und Engel dasder Mönche und Nonnen. Der siebenjährige Krieg war vor dem,den wir erlebten, das Steckenpferd jeder Uniform, wie manche Missionnach Wetzlar und Regensburg oder gar nach Wien, Berlin und Parisdas des Geschäftsmannes. In unsern weiland gar kleinen Territorienmußten die Ideen klein sein, und so schien einem gewissen Geheimen-rath, als er in einen größcrn Staat überging, die Idee groß, an-führen zn können, daß er mit der Krone Preußen einen Staatsvertraggeschlossen habe; es betraf die Purificirung einiger Grenzdörfer. Wenneiner von der Reise kommt, so kann er viel erzählen! Karl der Großewar das Steckenpferd Napoleons, und Napoleon das Steckenpferdvieler Millionen, die sich sogar für ihn schlachten ließen, und trugensie das Zeichen der Ehrenlegion, so bin ich einst gerne mit aufgesessen,was doch auch etwas Steckcnpferdartiges war, nur mit dem Unter-schiede, daß ich später Herabstieg von diesem Steckenpferde, das wieClavilenno, mit dem Don Quixotc und Sancho durch die Lüfte ritten,mit Kanoncnschlägen und Schwärmern angefüllt war und die Heldenversengt zur Erde warf, nicht zu gedenken der Schläge, die der armeKnappe dulden mußte zur Entzauberung der Dulcinca, eines reinenPhantasiewesens.