Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
112
JPEG-Download
 

112

der Herr wieder hübsch abtrocknen kann;" und so that der schelmischeSchulmeister doch nicht übel, daß er in den vor der Amtsstube stehen-den Worten: „voais semxer patvt,« r das L in ein v verwandelte.So dachte ins Große Piron, als er an das Landhaus eines Finanz-pächters IlaüolänillL (Blutgeld) schrieb, desselben Generalpächters, derbei Tnrgots wohlthätigen Reformen ausrief: «Aon Visa, xourguoiäono iunover? est-oo gas noiis ns sommss xas dien? 2 ^

mögen in Deutschland auch gar Viele gerufen haben bei den Mediatisi-rungeu.

Am lieblichsten ist wohl die Naivetät der Unschuld, wie bei Gel-lerts Mädchen:

WaS sagten Sie, Papa? Sie haben sich versprochen;

Ich sollt' erst vierzehn Jahre sein?

Nein! vierzehn Jahr und sieben Wochen.

Göckings Lottchen sagte bei Vorlesung der Geschichte der Virginia:

Darum erstach er sie? Ach Gott, die blinden Heiden!

Nicht wahr, Mama — wir müßten's leiden?

und Gleims junge Frau:

Nun, heute führt man mich zur Trau,

Und morgen bin ich eine Frau. —

O Himmel, steh mir bei,

Ich bitte dich von Herzensgrund,

Erhalt' doch meinen Mann gesund,

Erhalt' doch mich getreu!

Lvgau's Dubivsa erwiderte auf die Frage des Beichtvaters: „Bist dunoch Jungfer?" »

Ach ja, ich armes Kind!

Aber, wie sie Heuer sind.

und Pfeffel's Nichte sagt dem heirathantragenden Oheim sich ver-neigend :

Ich mag nicht meine Tante werden.

Manche dieser Naivetäten verrathen einen so schönen sittlichenInstinkt, daß man kaum über die Treuherzigkeit lächeln kann, denn siefließt mit dem Rührenden zusammen.

Rotrö ours ei!s st s'emportsH ins äelenä ä'kümsr Ooiin,

1 Den Guten steht sie immer offen (nach der Veränderung: Geschenken steht sie immeroffen). — r Mein Gott, wehhald die Neuerungen? befinden wir unS nicht wohl?