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seiner Melancholie sich die nöthigste Bewegung versagte, um seine Sohlennicht abzunutzen, eine große Ersparniß zu machen glaubte, er, dersonst die Freigebigkeit selbst war, wenn er aus einem fremden Beutelseine Pfeife füllen oder ohne Trinkgeld sich fortschlcicheu konnte —-seitdem halte ich Alles für möglich.
Guten Menschen mit reizbarer Phantasie geht es dann gewöhnlichwie den Bibern, deren künstliches Gebäude man zerstört oder gar nachihrem Castoreum und Fell getrachtet hat; sie verlassen die Gesellschaft,begraben sich in eine Höhle und leben einsiedlerisch, zufrieden, wennsie ihre kleinen Bedürfnisse bestreiten können. Ihre Empfindlichkeitverstärkt sich in der Einsamkeit, wie ihre Phantasie, und ein einzigesWort vermag eine Reihe längst im Hintergründe schlummernder widri-ger Erinnerungen aufzuwecken und ihre beste Laune zu versalzen, wiez. B. nicht selten die meiuige das Wort Graf, Tante, Schwager rc.Solche Mensche», wenn sie auch zu sanguinisch sind, um eigentlicheMenschenfeinde zu werden, oder zu gutmüthig, sagen zuletzt doch vonBesuchen: „Wer mich besucht, erzeigt mir eine Ehre, wer nicht, einenoch größere!" .
Gewiß recht philosophisch war das Lächeln des guten Ganga-nelli, als er im Pabstpompe sich dem Lateran näherte, wo elf Jahrefrüher, beim Einzüge Clemens XIII., der Schweizer ihn als Franzis-kaner mit seiner Hellebarde fortgejagt hatte; recht philosophisch daSLächeln des gefangenen Vandalenkönigs Gelimer vor General Bcli-sarius, und noch philosophischer das des guten Hub in der Stundedes Feuertodes, als man ihm die Papicrmütze, mit Teufelchen bemalt,aufsetzte, seine Bücher verbrannte, der Henker ihm nicht erlaubenwollte, das Angesicht gen Morgen zu richten, und ein bigottes, altesMütterchen zur Ehre Gottes einige Scheite Holz herbeischleppte. Derewige Wechsel der Dinge, die vorübergehenden Scenen menschlicherGröße sind nicht werth ernster Gedanken: eine Statue oder Galgenoder gar Ordcnskrcuz hangen oft von gar kleinen Umständen ab. Solange man die Welt nicht kennt, macht der Mantel den Philosophen;Pomp und Feierlichkeit imponiren; was ehrwürdig und gnädig heißt,ist auch ehrwürdig und gnädig; aber später sieht inan ein, daß derKern der Schale, die Predigt der Glocken, und die Poesie der Musiknicht werth ist, und lächelt. Ueber Alles, über Menschen und Natio-nen, über Städte und Staaten schreibt die Zeit, oft schon nach wenigJahren: Hi« jaost I'
* Hiev liegt er (begraben) l