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eine unermeßliche Kugel, und sich für das Meisterwerk der Schöpfung,bis ein Fontenelle unter ihnen aufstand, auf Reisen ging, die Köpfeeines Edelmanns, Beamten nnd Pfarrers entdeckte, und ausrief:„Neu Land! hier wohnen auch Läuse!" Graf Oxenstirn in seinentrefflichen UensSes inoralos und Plattner halten Lachen, jener für dieTrompete der Thorheit, und dieser gar für eine Schande der Mensch-heit, weil wir aus Schadenfreude lachten! Wollte Gott, es gäbekeine andere Schadenfreude, so hätten wir weder Böscwichtcr, nochstolze Schufte, die sich nicht bloß über Unglück satanisch freuen, son-dern es selbst durch die schändlichsten Mittel herbeiführen, und nichteher Ruhe haben, als bis die Erde das Scheusal deckt. Man be-trachte eine Reihe Verbrecher in Festungen, Zuchthäusern nnd Galeeren,ob nicht die meisten darunter die ausdrucksvollsten Gesichter haben.Wir dürfen uns das Sprüchwort durchaus nicht nehmen lassen: „DerTeufel guckt ihm aus den Augen."

Manche schämen sich, im Theater frei zu lachcu, die sich keines-wegs schämen, frei zu weinen; nnd doch ist beides Natur. Bei Män-nern weiß ich mir das Räthsel kaum zu lösen, bei Weibern, wo derFall auch öfters vorkommt, möchte schon der Grund hinreichen, daßWeinen die Gesichtszüge weniger entstellt, Lachen aber sie verzerrt,während Lächeln sie verschönert, und daß nach der gemeinen MeinungLachen ein liebloses Herz und Spottgcist verrathen, Weinen aber Mit-gefühl zeigen und Thränen interessanter machen sollen. Manche lachenauch nicht bei gewissen Zweideutigkeiten, zeigen aber gerade dadurchdem Menschenkenner, daß sie weniger unschuldig sind, als die, welchedarüber lachen. In der höher» Welt mag auch noch die alte Meinungbestehen, daß Lachen nur gemein und pöbelhaft sei.

Mehrere, die über das Lächerliche geschrieben haben, glaubten eineEntschuldigung vorausschicken zu müssen, z. B. Bcattic noch, und betgar vielen komischen Schriften erfuhr man erst den Namen ihrerVater nach deren Tode. Gcßncr, dessen Name nnd Idyllen synonymsind, wird nur Wenigen als entschiedener Komiker bekannt sein. Nurauf Aufforderung seiner Freunde gab er sich diesem Talent hin, undHirzel mußte ihm einst zurufen: „Um Gotteswillcn, nun ist's genug!sehen Sie nicht?" es lag einer der Freunde vor Lachen auf dem Boden,nahe dem Ersticken. Gcßner las jedes Jahr einmal den Don Quixote,und ich halte mit. Aber ein Schwachkopf darf nur einmal lesen, daßDenker selten Lacher sind, so lacht er auch nicht mehr, wie Pfarrernnd Schulmeister bei den überraschendsten Parodien einer Bibelstcllc