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Kalbfleisch, Halbfleisch. Die Jugend gleicht den jungen Jagdhunden,sie rcviercn, helfen, schnauben selbst da, wo gar kein Hase über das Feldgelaufen ist, bis sie Jäger — Menschen und Schicksal — in die Schulenehmen. Das „up den ölen Mann denken" ist altdeutsch; unsere Altenvon siebzig bis achzig Jahren wußten kaum, was Alter ist, jetztwissen es gar Viele schon im vierzigsten; ja in der höher» Welt wirdes schon angeboren, daher Orden und Würden schon in der Wiege.Manche wissen gar nicht, wie alt sie eigentlich sind; sie zählen ihreMoneten (akademisch für Geld), aber nicht ihre Jahre, die ihnenauch Niemand stehlen wird, — nnd verloren ist verloren!
Jugend hat keine Tugend, oder: „man muß der Kalbzcit ihr Rechtlassen;" sie macht es überall, wie es mir eine junge gebildete Dameunechte, der ich mich im Grunde altritterlich aufopferte. Verzeihlichwar, daß sie ihr Jawort zurücknahm, denn es war ein erbärmlicherWicht, dem sie es gegeben hatte; aber ich kam dabei in weit üblereUmstände, bat, mit der entscheidenden Antwort nur noch ein Vierteljahrzu zögern; die Mutter fand m»ine Bitte billig und klug, sie aber rief:„Nein! nein! sonst weiß man nicht, daß ich frei bin!" Sie war frei
— man wußte es, und blieb frei, bis sich der Tod die Freiheit nahm,sie zu holen, nnd sie nährn sich auch die Freiheit — meiner nicht wei-ter zu gedenken; dies schmerzte mich weniger, als daß auch die Mutternach einigen Jahren so handelte. Ob Männer von Ehrgefühl so ge-handelt hätten? „Ich werde doch auch was thun dürfen? Sie leidenzum Theil um unsertwillen — unser Nein mußten Sie entgelten"
— so lautet es in Briefen, und nach zwei bis drei Jahren altumoilsntiuin l i
Jugend hat keine Tugend, nnd denkt bei Jugendstreichen ohnehinnie an die Folgen. In meinem Vaterstädtchcn war jeden Tag Re-veille und Zapfenstreich, wenn gleich die ganze Armee in zwanzigMann bestand; uns Knaben intercssirte es, einen alten Tambour inseinem schwäbischen Dialekt fluchen zu hören, und so legten wir demZapfenstreiche Bretter über den Weg; er purzelte, der alte Tambourfluchte — wir lachten uns im Hinterhalte bucklicht, und keiner dachtean den Leibschadcn des alten Mannes und eben so wenig an die Be-leidigung des Fürsten, und am allerwenigsten an die Hiebe, die esfolgenden Tages in der Schule setzte. V. R. W.
Thia hatte ihre Söhne öfters vor dem Manne mit dem schwarzenHintern gewarnt, was sie aber nicht abhielt, den schlafenden Hercules
* TieseL Stillschweigen.