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und Weltleben geben ihm als Mann mehr Erfahrung und Uebung;aber wo uns diese Vortheile verlassen, und xartis Sgals' ist, möchteich dem Weibe feinern, richtigern Blick zugestehen, tiefere und schnellereAhnung. Leidenschaft unterdrückt und berückt weit öfter Kopf undHerz des Mannes, als das gelassenere, geduldigere Weib; die Seeledes Weibes ist schöner, und so wollen wir sauft über die Erbsündeder Gefallsucht oder Koketterie hinwcgschlcichen. Diese Erbsünde, Ko-ketterie, entlehnten wir von den Franzosen, wie sie das Wort vomHahn, wenn er stolz um die Henne herumstcigt, bis sie sich endlichduckt; folglich sollten mir deutsch Hühnerei sagen. Möscr schlägt dasWort Fängerei vor, da die Kokette, gleichviel im Ernst oder Scherz,immer auf den Fang ausgeht, daher auch die Augen Fänger heißen.Cleopatra ist ihr Muster, die den Sinn des Pompejus, Cäsar undAntonius fesselte — bloßer Passaden' erwähnt die Geschichte nicht —und dann doch noch ihr vierzigjähriges Netz nach dem jungen Octa-vius auswarf. Koketten machen es ihren Liebhabern, wie Angelikabei Ariosto: während ihre beiden Ritter sich um ihrer schönen Augenwillen herumschlugen, läuft sie davon und lacht über beide. WeiblicheEroberer (ooguettes) sind unersättlicher als männliche, und größere Heldenauf dem, was sie für das Bett der Ehre halten, während der Neidvom Bette der Schande spricht.

Es gibt keine peinlichere Lage, als wenn mau Herz und Gemüthan gemüth- und herzlose Koketten gehängt hat, welche die treueste An-hänglichkeit wenig achten, und bei den Ausbrüchcn gereizter Empfind-lichkeit, in der eine ehrliche Frau die herzlichste Liebe schätzen würde,nur lachen, oder ihre Schachteln von Gcschlcchtsprivilcgien und ga-lantem Wortkram öffnen, ja Nachgeben für Schande halten. Siewissen gar viel vom Verlust ihrer Reputation zu schwatzen, und wasdie Leute sagen würden, wenn man sie allein mit Jemand sähe, unddoch wäre es oft reiner Gewinn, wenn sie ihre Reputation verlören.Einem gewissen Liebhaber gingen nicht eher die Augen auf, als dieKokette sich sechs Mal malen ließ, bis ihm ein geistlicher Herr die Sacheerklärte: tzuoniain mnltiplioatw sunt vzus iniguitatos; " und da sieihm den Vorwnrf machte: „Jst's wahr, daß Sie sich meiner Gunstrühmten?" so verdiente sie die, freilich nicht galante, Antwort: „Ge-sprochen habe ich davon, mich aber keineswegs solcher gerühmt." An-gelika hatte nur zwei Narren; aber ich kannte eine, die vier Liebha-

» Gleich und gleich. ->- - Vorübergehende Liebschaften. — » Weil ihre Schlechiigkeiie»sich vervielfacht habe».