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Nur bei den alten Germanen scheint es mit der Jnngsrauschaftrechter Ernst gewesen zu sein, von der Weissagerin Vclleda an bis zuden platonischen Ritterdamen, unter denen manche über den Irrfahr-ten ihres Ritters zur alten Jungfer gereift sein mag, oder bis zu denSchwärmerinnen, die sich Christo und der heiligen Jungfrau im Klo-ster opferten, was Religion hieß. Mißverstandenes Christenthum er-hob alle Jungfrauen zu himmlischen Wesen (ooslidos » ooelo) ' undmachte eine Unzahl alter Jungfern; Paulus jedoch, der seinen Korin-thsrn sagte: „Es ist besser, nicht zn hcirathcn," führte seine Theklamit sich herum, worüber die Korinthcr doch die Nase gerümpft zn habenscheinen, da sein neunter Brief an sie so heftig ausgefallen ist. „Binich nicht ein Apostel? bin ich nicht frei? habe ich nicht unsern Herrngesehen? seid ihr nicht mein Werk? haben wir nicht Macht, zn essenund zu trinken? haben wir nicht auch Macht, eine Schwester mit unszu sühren? Wer pflanzt einen Weinberg und ißt nicht von seiner Frucht,und wer weidet eine Heerde und ißt nicht von der Milch der Hecrdc?"Es leben Paulus und Thekla!

Die heiligen Kirchenvater gingen noch weiter als die Apostel undwurden in ihren feurigen Lobreden auf Jnngsrauschaft so schmutzig,daß es viel zn lachen gäbe, wenn es schicklich wäre, auf deutsch zusagen, was diese Redner griechisch und lateinisch sagten. Die berühm-ten Throndamen, Elisabeth und Christine, die auch Jungfern seinwollten, amüsirtcn sich nicht wenig mit jenen cynischcn Lobreden unddem Jungfcrngastmahl des Bischofs Methodius. Tcrtullian, Cyprian,Athanasius, Basilius, die beiden Grcgorius beschäftigten sich mit nichtslieber, als niit dem Lobe der gottgeweihten Jungfrauschasten, undbuhlten wcchselsweise um die Palme der Beredsamkeit auf diesem soschlüpfrigen Boden. In ihren Augen waren die heidnischen Jung-frauen — eine Diana, Minerva und Vesta — nur Huren. KeinWunder, wenn jetzt die Städte wimmelten von heiligen Jungfrauen,die sich an irgend einen Liebliugslehrer hielten, und selbst das Bettmit ihm theilten ro intogra,' wie alle behaupteten. Schöne Redenstehen nicht immer in Verbindung mit schönen Handlungen, und ichlese soeben einige treffliche Reden gegen den Sklavenhandel in derSprache einer Nation, die gerade die meisten Sklaven besitzt. DieseHciliginncn ließen sich gegen Verläumder dreist von Hebammen unter-suchen, und Lcontius entmannte sich lieber, als daß er von seiner

> Loel-do» (Ehrlos!) wird hin von Lvoliim (Himmkl) abgrlUlkt. — i Ohne ihr! Jung-fraujchafl «inj»büßcn.