Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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eure Male schon ernstes Moos! wie war ich glücklich, als ich nochmit Euch sah sich röthen den Tag, schimmern die Nacht? Alle Stirn-,Wangen- und Mundfalten glättet das

Olim memluisso juvudit! *

Die Redensart: „Sonst war es anders," d. h. besser, welche dieAlten so gerne im Munde führen und wohl immer führen werden,beruht lediglich auf den Eindrücken der Jugend, wo man die Weltnoch nicht kannte und dann auf der Macht der Gewohnheit. Wirhören und lesen von Ehemals, ohne die schlimmen Nebendinge zukennen, die solches begleiteten; das Jetzt aber sehen, erfahren undfühlen wir mit allen seinen Dornen, die dem Ehemals sicher auchnicht fehlten, wie jeder wissen kann, der über sein eigenes Ehemalsnachdenken mag. Stets suchte man die goldene Zeit in der Vergangen-heit, und schon mehr al.> ein Alter hat behauptet, daß die Rosen nichtmehr so angenehm riechen, das Fleisch nicht mehr so zart gekochtwerde, die Speisen nicht mehr so gut, die Sommer nicht mehr soheiß und die Winter weit kälter, die Nächte weit länger als zu seinerZeit seien, und selbst die Mädchen nicht mehr so schön seien, als vorfünfzig Jahren. Alte Damen finden allerwärts, daß das Mannsvolklange nicht mehr so aufmerksam und artig, ja recht unartig und grobgeworden sei. Aber

Laßt sie welken die Myrten des flatternden Knaben von PaphoS!

Noch um versilbertes Haar grünen die Lorbeer» Apolls!

tAi, ls Von visux tomxs!' Dieser Ausruf ist gar oft reine Eitel-keit und Unwissenheit, und der Znrückwunsch nicht besser, als ein Zn-rückwunsch der Ritter- und Pfaffenzeit mit ihren Feudal- und Fatali-täten. ^b, lo Von visux tomps! wird selbst auf die alten Classikerübergetragen, denen ich manches neuere Werk mit Namen hier vor-ziehen möchte, wenn ich mich nicht vor den Philologen fürchtete, dieim Rufe der Grobheit stehen. Vormals! ja vormals! ich glaube, daßim Ganzen kein Vormals besser gewesen sei, als unser Jetzt, eherschlechter. In der Jugend springt man über alle Dornen leicht hin-weg, aber das steife Alter muß es bleiben lassen, und so hängen dieguten Alten, die noch dabei oft von leichtsinniger Jugend in dieDornen des Jetzt versetzt werden, um so fester am Vormals. Wärees progressiv mit dem Vormals schlechter geworden, wie die Alten seit

t Einst wird die Ertnn'rnng erfreuen.

E Ach, die gute alte Zeit!