Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
9
JPEG-Download
 

9

bekannte griechische "Ov ol s^ol -l^oAvssax:: v(o?' hat nur im-

mer eine finstere Grille geschienen. Horatius wünscht seinem Augustus,was wir Alle gerne hören, und was in Gedichten gar oft hohen Gön-nern submissest gewünscht worden ist:

Lerus iu eoelum reäeas, äiuqueDaetus intersjg populo *

Achilleus wollte lieber Bettler unter den Lebendigen sein, als Königder Schatten. Aber allzu lebenslustig scheint mir doch der Spruch:

Debilem kLeist maous, ! (IHrsrrtes quste Zevtes),

OebNem peäs eors, ^ Vita äum suxerest, beue esl. ^

Mimncrnlus, Solons Zeitgenosse schrieb:

Laß mich bei frischem Blut und sorgenfrei sechzig erreichen,

Dann, o Parze, dann flugs schneide den Faden mir ab!

Solon dachte wie ich (ohne mich darum unbescheiden unter die Weisenzu zählen):

Aendre mir das, und singe dafür: Mit achtzig, o Parze,

(Immer noch frühe genug) schneide den Faden mir ab!

Im Ganzen scheint es mehr auf Qualität als Quantität anzu-kommen, wie bei Speisen; dem Unglücklichen muß das kürzeste Lebenlang, dem Glücklichen das längste kurz scheinen, inzwischen schleichtglücklicherweise das Alter so unbemerkt herbei, daß es immer eherAndere merken, als wir selbst. Die Alten wurden älter als wir; siescheinen Cedern und perennircude Pflanzen, wie Schimmel und ein-bis zweijährige Herben, sie Elephanten, wir Ephemeren, sie wurdenälter, weil sie naturgemäßer lebten als wir; und doch klagt schonScneca: Kon aooeximns vitam bravem, seä kseimus. « Ich meine, inunsern Zeiten könnte man mit einem U, mit Fünfzig, zufrieden sein,da selbst die Pandckten sich mit fünfzig Büchern begnügen, und werbis dahin die sixuiüeatio verborum nicht kennt und sich nicht nachden äiversis rogulis snris ° hat richten Mögen, lernt es nun dochnicht mehr.

Man hat bemerkt, daß sich die Jahre nach der Entwicklung des

t Wen die Götter lieben, der stirbt jung.

r Kehre spät zurück zum Olymp, verweileHeiler und lange bei dem Volke Qrnrtn-.

s Wird mir schwach auch die Hand, l (Schüttle den wackelnden Zahn),

Bin ich an den Füßen gelähmt, I Ist da- noch übrige Leben dock süß.

* Wir haben das Leben nicht als kurzes empfangen, sondern eS kurz gemackt. — v Be-deutung der Worte (ein Titel in den Pandekten.) — Verschiedene Rechtsregeln»