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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Körpers richten bei allen Thieren, nnd sich verhalten, wie 1:8; folg-lich hätte das Menschenthicr Ansprüche anf zweihundert Jahre; abervon Hunderten wird kaum Einer achtzig, weil wir nicht das einfache,mäßige Leben der Thiere führen, und auch nicht das der Patriarchen,die es bis zu achthundert bis neunhundert Jahren brachten, das heißtBibcljahren, das Jahr zu drei Monden angenommen — 200 Jahren.Hiczn kommt noch, daß wir uns bei weniger einfachen Verhältnissenweit mehr den Leidenschaften überlassen, und schon von den Elternden Stoff nicht erhalten, den unsere gesündern, nervenstarken Altenerhielten. In den Morgenländern stößt man weit häufiger, als imAbcndlande, auf hochbetagte Greise, ihres verliebten Temperamentesungeachtet, wofür sie wieder ungemein mäßig im Essen nnd Trinken,ohne alle Sorgen des Abcndländcrs bei ihrem glücklichen Phlegma, undvon Leidenschaften möglichst frei sind. Mancher Orientale hat dreiJahrhunderte gesehen, und wer 1799 geboren ist und 1900 stirbt, kannsolche auch unter uns erleben.

Gott bewahre mich vor einem Patriarchenalter; aber das habeich immer behauptet, daß ich eher meinem Großvater nachthun würde,als meinem Vater, der im neunundvierzigsten Jahre starb, jener erstim zwcinndachtzigsten, nnd fünfundsechzig zähle ich bereits. In meinemfünfzigsten ungefähr machte mich die Höflichkeit eines Lohnkutschcrs, dervor einer steilen Steige die Gesellschaft bat, auszustcigen, schon etwasnachdenklich; ich war der erste, der sich dazu anschickte, uud der Kut-scher hielt mich zurück: „Euer Gnaden bleiben sitzen; ich meine dieJungen, Sie sind ein alter Herr!" ob mir gleich so gut als Damenbekannt ist, daß ein sorgfältiger Anzug (vorzüglich Haare und Bart)um zehn Jahre jünger machen, und das Gegentheil um eben so viel älter.Genug, hier hörte ich zum ersten Male: „Sie sind ein alter Herr,"und alterirte mich, und fast machte mich die Rede einer Jugendfreun-din, als ich das Gcschichtchcn der Gesellschaft zum Besten gab, nochnachdenklicher: „Meinen Sie denn, Sie sehen noch jung aus?" MeineSatisfaktion bestand darin, daß ich ihr lachend sagte: „Wahrlich, Siesind noch gröber, als mein Kutscher!"

Wir könnten es gewiß zu Mosis Jahren bringen, zu hundertzwanzig Jahren, seine Augen waren nicht dunkel und seine Kraft warnicht zerfallen; aber Moses lebte im Freien, schrieb nicht im dumpfi'gen Zimmer, sondern auf dem Berge Sinai, und weiter nichts alsdie zehn Gebote. Ob er um neun Uhr schlafen ging nnd frühevier oder fünf Uhr wieder am Schreibtisch saß, weiß ich nicht; dafür