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stellen. Sanguiniker gleichen den Affen, die man Laxazon oder San-guinchcn nennt, und sind glücklich, daß sie schon von Jugend sich ge-wöhnt haben, nie in das nächste Jahr zu blicken; stellen sich dann dieFolgen ein, so springen sie herum wie Sangninchen oder Katzen,denen man Schellen angehängt hat. Sie gleichen den Schwalben, dieim Wonnemond erscheinen, bei rauher Herbstlnft aber wieder verschwin-den ; denn Beharren ist keinem gegeben, am wenigsten den Sanguine-rinnen. — Wohl aus dem Aug', wohl aus dem Sinn! Sanguinikerkönnen einem enthusiastisch anhangen, einen so herausstreichen, daß siegerade dadurch schaden — vorzüglich Tarnen — aber nach Jahr undTag: „Arzt, hilf dir selber!" Man muß selbst Sanguiniker sein, umsich nicht über Freunde zu ärgern, denen man wichtige Fragen vorge-legt hat, wenn sie solche so wenig berühren, daß man wiederholtschreiben muß: „Wenn du mir wieder schreibst, so vergiß ja nicht,mir zu antworten."
Sanguiniker sind nicht für tiefe oder gar traurige Gefühle; Tief-gefühl begreifen sie so wenig als das Ideale, daher auch die Kant'schePhilosophie nicht für sie gemacht ist, und jener Gelehrte, der einensehr gelehrten Streit über Zeugung mit den Worten verließ: „Ichzeuge lieber selbst," hat die Gesinnung aller Sanguiniker ausgespro-chen. Sanguinerinncn gehen in allem noch weiter, und das besteMittel ist, sie bald möglichst unter die Haube zu bringen. Sie lieben,so lange es gehen will, Männer, und dann den lieben Gott; blaueoder schwarze Augen, gleichviel, folgen der von GrScourt und Castiso schön commcntirtcn Bulle Papst Alexanders VI-, ohne sie je gelesenzu haben. Alle Sanguiniker machen immer und ewig Plane, die siefür ausgeführt sogleich annehmen, und ihre Aussichten sind oft soschwärmerisch, als Lavaters Aussichten in die Ewigkeit. Muster einesdeutschen Sanguinikers ist und bleibt Dr. Bahrdt, der sich in xurisuLturslibus selbst schilderte, wie Casanova. Er machte einst alle An-stalten, sich auf einer Rheininsel anzusiedeln, und der Fluß hatte schonvor Jahren die Insel verschlungen. Schwerlich hätte er sein Lebenbeschrieben, ohne die Muße im Gefängniß: all sein Unglück, das imGrunde vom xuueto sexti datirte, schob er auf Heterodoxie, die in-dessen in der Dogmatik weniger stark war, als in der Moral, undseinen sträflichen Leichtsinn nannte er bloß eine — Idiosynkrasie, wieein gewisser Lügner recht euphemisch seine unverschämtesten Lügen —Wendungen!
Dem Sanguiniker am nächsten steht der Choleriker, nur von