Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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mehr Kraft und Thätigkeit, aber auch voll Leidenschaftlichkeit, Selbst-sucht und Stolz. Handeln, Wirken ins Große, Herrschen ist ihm Be-dürfniß bei dem Gefühl seiner Kraft und seiner rüstigen Phantasie.Die korma imporatoria, > die schon seinen Mienen und seiner ganzenGestalt aufgedrückt ist, spricht sein hohes sie volo, sie zubso aus, undsein «tat pro rntlons voluntas.' Bürgerliche Thätigkeit wird derCholeriker stets der einsamen Meditation vorziehen; Gewalt undStrenge machen ihn nur unbeugsamer, während Güte und Aufmerk-samkeit ihn leicht entwaffnen. Es ist schwer, mit solchen Feucrköpfcnumzugehen, denn man soll alles, was sie sagen und thun, gut finden,ja sie bewundern, und nicht Worte, sondern nur Thaten bekehren sie.Eine gewisse Müllcrsfrau, die jetzt im Irrenhause ist, pflegte bei An-näherung ihrer Paroxysmen zu sagen: „Jetzt bekomme ich meinenSchwung," und schon mancher Choleriker mag seine Schwünge bedauerthaben, vielleicht selbst Napoleon.

Wenn der Sanguiniker Unbesonnenheiten aus Leichtsinn begeht,so begeht sie der Choleriker aus Heftigkeit oder zu großer Zuversichtauf sich selbst; Geduld kennt er nicht, und der Mangel derselben istdas, was die Unbeständigkeit des Sanguinikers ist. Er stimmt zuallen Großthaten, zu den höchsten Anstrengungen für das Edle, Großeund Nützliche; kein Opfer ist ihm zu theuer; das Vaterland ruhtsicher auf seinen Schultern, selbst wenn es in unsern weiland zahl-losen Vaterländchen manchem Choleriker zu enge war. In der fran-zösischen Revolution sahen wir Männer und selbst Weiber, würdigder Tage der Griechen und Römer, jedoch im Civilstande weniger,als in der Armee. Unter glücklichen Verhältnissen ist das cholerischeTemperament das beste von allen, aber in diesem Werke konnte ichihm nicht wohl den ersten Rang anweisen. Unser Luther war einerder wohlthätigsten Choleriker; aber Choleriker auf Thronen, einKarl XII. und Napoleon!!

Der Choleriker stimmt eben so leicht zu den größten lUühatcn,Rohhcitcn und Verbrechen, als zu Tugenden; er setzt Leib und Lebenauf's Spiel, um den Freund seines Herzens zu retten oder die Ge-liebte aus Herz zu drücken; aber in derselben Glut befriedigt er auchseine Rachsucht nur mit dem Untergang des Gegners, und Nachgie-bigkeit oder Verzeihung stehen nicht in seinem Wörterbuch. In ihmwohnt der edelste Enthusiasmus, Genie und Geradheit, Freigebigkeitund Großmnth, aber er wandelt stets in einem elektrischen Donner-* Die befehlende Art. — 2 So will ich'-, so befehl' ich'-, — als Grund nur gelte, daß ich'- will.