Alle Haupt-Misanthropen sind im Grunde aus der Cholera oderGalle hervorgegangen, alle Menschenvcrächter und Menschenlaster, wiesolche Lucian, Moliöre und Kotzcbue schilderten. Cholerische Weibermit ihrem Heroismus, Amazoncnwcscn und stolzem Junoblick sindvollends wahre Zerrbilder gegenüber sanfter weiblicher Natur, wahrePoltergeister und Furien. Ein reincholcrischcs Temperament ist einsehr unglückliches Temperament, wenn man nicht etwa Regent oderBefehlshaber ist, die aber leicht Despoten oder Tyrannen werden, undin den untergeordneten Klaffen scheinen einmal Verstand und Unbeug-, kamkeit den Machthabern gefährlich oder doch nicht brauchbar. DiesesTemperament erzeugte die Sylla und Tiberc, die Kreuzzügler, Louis XI.,Heinrich XIII. und Philipp II- — den Robcspierrc L xieck et Loüsval' — und stürzte Andere bei plötzlichen unerwarteten Kränkungenin Wahnsinn. Oft mag Krankheit an Vielem Schuld sein, wie Leber-verstopfung bei Napoleon, und man sollte nicht eher definitiv urthei-len, als bis sie anatomirt sind. Choleriker sollten sich die Fabel vonPhöbus und Boreas recht fest ins Gedächtniß drücken: sie wetteten,wer jenen Reisenden zuerst um seinen Mantel brächte; Boreas bliesaus Leibeskräften, und der Reisende wickelte sich nur desto fester inden Mantel; Phöbus lächelte kaum, so legte der Wanderer seinenMantel ab. ?Ins kalt ckouoour guo violonos.' Die alte DameCholera ist weit gefährlicher, als die so gefürchtete junge Cholera imJahre 1831, denn letztere macht allem Jammer lurzweg ein Ende.
Des Melancholikers ruhiger, gesenkter Blick, langsamer Gangund alle seine Bewegungen zcigsn schon, daß auch sein Inneres lang-sam, aber tief, und für das Abstrakte und Ideale, Ernste und Erha-bene gemacht sei. Er liebt Verborgenheit und die Dicke enger Nebel-luft, die ihn dann noch düsterer und launischer macht. Der Sangui-niker ist reich au Gefühlen, der Melancholiker arm: argwöhnisch gegenalles, ruft er stets: 0 tempora, o moros I ° Jener nimmt alles aufdie leichte Achsel, beginnt alles mit der rosenfarbenen Hoffnung desGelingens, dieser niit den möglichen Schwierigkeiten, und so setzen oftbeide den Fleck neben das Loch. Lachender Witz ist dem Melancholikerein Gräucl, dafür ist er Vielwisser, und da er geneigter zur Furcht,als zur Hoffnung ist, so liebt er mehr stille Freuden als rauschende,genießt lieber in der Einbildung als mit den Sinnen, und seine Tu-genden sind Nüchternheit, Besonnenheit, Solidität, Beharrlichkeit und
i Rodesxierre zu Fuß und zu Pferde; d. ». RobeSpierr« und Napoleon. — « Sanst-inuth richtet mehr aus als EewaltthLtigkeit. — > O Zeiten, o Litten I