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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Hauptleidcnschaft des Cholerikers, Wollust die des Sanguinikers, Geizplagt den Melancholiker, und das Phlegma ist bloßer Bauch. Ausihren Werken lassen sich die Temperamente nicht minder erkennen, ausmusikalischen Kompositionen, wie ans Gemälden, ans Briefen undGedichten. Der Sanguiniker wird witzig schreiben, der Cholerikerkurz, feurig, scharfsinnig, der Melancholiker weitschweifig, trocken,dunkel, mitunter fromm, das Phlegma nachlässig, unordentlich, undam allerliebsten — gar nicht.

Was die Mode betrifft, so macht der Sanguiniker Alles mit, undliebt lebhafte Farben, der Choleriker liebt Reinlichkeit ohne Zicrrath,und bleibt in der Mitte, der Melancholiker zieht dunkle Farben vorund die alte Mode, wie das Phlegma, das blaffe Farben liebt, folg-lich Weiß und Silber. Pcuschcl hat in seiner Physiognomie unbe-schreiblich gelehrt alle möglichen Farben auf die Temperamente gezogen,und sogar Ober- und Unterkleider, Westen und Hosen und alle Schat-tirungcn berücksichtigt — eine Dame könnte nicht gelehrter schreiben!

Das Acußcre charakterisiert mehr oder weniger den Charakter;schon im Sitzen des Hutes läßt sich das Temperament erkennen, undnoch mehr in Haltung und Bewegung der Arme und Füße, im Essen,Trinken und Tanzen, aus der Handschrift und selbst aus der Lage imSchlaf. Selbst unser Harn, abgesehen von Alter, Witterung, Speisenund Getränken rc. richtet sich darnach; der gesunde Harn ist zitronen-gelb — folglich der des Sanguinikers; der des Cholerikers ist schonröthlichcr, der des Phlegmatikers blässer und der Melancholiker gibteine braungclbe, ja selbst grünliche Farbe von sich. Wer kennt nichtChodowickys herrlichen Kupferstich, wo die vier Temperamente voreinem Gemälde „der Abschied des Calas" ' sich befinden? der Chole-riker voll Zorn ballt die Faust und strampft — der Sanguinikerweint — der Melancholiker sieht starr und kalt und traurig hin —das Phlegma starrt gelassen hin, alle drei erstern stehen, es sitzt dawie eine Statue.

Und nun erst das Lachen? Sanguiniker und Choleriker lachenleichter, als Melancholiker und Phlegmatiker, die schon mehr das riradien gui rirn lo äernier ^ bedenken, und Ernst und Nachdenken machenschon ohnehin unabhängiger vom Sinnen- und Phantasiiespiel. Al-phons X. sagte: „Hätte ich Gott rathen können, so wäre die Welt

1 EalaS, ein französischer Neform'rter: der unter Ludwig XV. gerädert wurde, weil erseinen Sohn, einen Katholiken, zum ReligionSnbertritt verleitet haben sollte. Die Sache, da-mals in ganz Europa bekannt, wurde allein durch Voltaire aufgeregt, der sich der Unter-drückten annahm. — * Tlm besten lacht, wer zuletzt lacht.