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und starkes Weh ist uns lieber, als kraftvolle, gesunde Menschen,schönes Obst und gefüllte Blumen lieber, als schöne Menschen. DerStaat läßt uns hier ganz frei, daher sollten wir versuchen, die Men-schcnnatnr zu veredeln durch sorgfältige Wahl des Gatten, Lebensord-nung und Erziehung, wie wir Gärten, Felder. Hühner und Viehställeveredeln, vorzüglich Pferde. Die Erfahrung lehrt, daß z. B. Söhnemehr der Mutter, Töchter mehr dem Vater nachschlagen, sollte mannicht hierauf Rücksicht nehmen? Der Griechen ss.ov; (Sitten, Charakter)ist nur um einen Buchstaben verschieden von (Gewohnheit). IIlaut eroissr leg rares, ' sagt man ja selbst von Jagdhunden, und einalter kranker Jäger in der Nähe einer Prälatnr muß noch mehr ge-wußt haben, der mir, bei meiner Verwunderung, daß er so kleine,gesunde Kinder herumlaufen habe, ironisch sagte: „O, die Jäger sindnicht so dumm!"
Wir können durch Diät unsere Blutmasse umändern, und nochmehr vermag die Kraft des Willens. Das Klima ändert das Dem-peramcnt und so auch Diät; Wein und leichte, nahrhafte Speise bringtdas Temperament dem sanguinischen nahe, wie umgekehrt grobe undschlechte Nahrung den Sanguiniker zu Melancholie und Phlegma;starke, reizende Getränke können jenen in einen Choleriker umwandeln,wie zuviel Schlaf in einen Phlegmatiker, und zuviel Sitzen erzeugtMelancholie, wie zuviel Anstrengung die Cholera. Die Spartanertödteten Mißgestalten, das war roh; aber Recht hatten sie, ihren KönigArchidamos zu strafen, daß er eine Zwergin heirathete. Kartoffeln,Brod und Wasser können den wildesten Kerl, der zuvor bloß Fleischund Wein kannte, zahm machen. Die Menscheumilch Paßt nicht mehrfür Erwachsene, daher schlägt lluzer dem Choleriker Pfcrdcmilch vor,dem Sanguiniker Ziegenmilch, dem Melancholiker Kuhmilch und demPhlegma Esclsmilch, unter der Versicherung, daß diese Milch sein Tem-perament nicht viel verändern würde. Es müßte sich Alles um so leichtermachen lassen, da, nach Keil, der alte Körper binnen Jahr und Tagwegthauet, und höchstens 16 Pfund elendes Fleisch übrig bleiben.
Die Kultur und Zucht des Temperaments kann nur dann glück-lich erreicht werden, wenn wir es kennen, wobei Erzieher viel wirkenkönnten, den» wenn wir selbst kommen, ist es gewöhnlich schon zu spät,und die Jahre müssen das Beste thun. Nur der, welcher Herr seinesTemperaments ist, darf sich rühmen, Charakter zu haben, d. h. eineDenk- und Handlungsweise nach folgerechten Grundsätzen. Cvnscquenz
* Man muß die Racen kreuzen.