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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Personen, vorzüglich ihren Herren Magnetisirern, sympathisiren. —„Sie nimmt die Nervcnthätigkeit des Mannes auf, ihre Persönlichkeitwird ihm ganz untergeordnet, und so ein Ganzes." „Das magnetischeIch trennt sich nicht vom Körper," und so befand sich die HellseherinMüller von Karlsruhe 1816 in einer Minute bei ihrem Bruder zuWien. — Jst's möglich? Dieser Spuk unserer Zeit ist ganz gemachtfür das alte Geisterunwcsen, aber noch weit reeller für verliebte Nicht-gcister.

Sympathie, die Adam Smith gar zum Moralprinzip erhebenwollte, wie Hutcheson sein moralisches Gefühl, ist allerdings mehrgeistiger Natur, und der Grund, der uns zur Theilnahme, zu Mit-leiden und Mitfrenden stimmt, und ihr Gegensatz die Antipathie. Esist Sympathie, wenn wir mitgShnen, mitlachen, mitweinen, mit demSteigenden steigen und mit dem Fallenden fallen, die sich selbst aufThiere erstreckt. Wenn sich jemand in die Hand schneidet, fühlen wiretwas Aehnliches in unserer Hand, und lebhafte Menschen machensogar unwillkürlich die Geberden Anderer nach, wie mau z. B. inConcerten den Takt mit Hand oder Fuß nachmacht, indessen manan etwas anderes denkt, und alte Soldaten, wenn man mit ihnenim Zimmer auf- und abgeht, richten stets ihren Tritt nach demunsrigen, damit der gewohnte gleiche Tritt herauskomme. Die Er-zählung von einer schmerzhaften chirurgischen Operation macht dieGlieder der Meisten schauern, selbst die erdichteten Leiden in einemTrauerspiele, und eine ganze Wagengesellschaft fühlt dasselbe Bedürf-niß, das eine Person aussteigen macht; selbst Pferde und Esel stellensich gehöriger Maßen ins Viereck, den Schweif in möglichst geraderRichtung.

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Humavi vultas. *

Wahre Sympathie ist Theilnahme an seinem Nebcnmenschen undgewährt höhere Freuden als selbstsüchtige Genüsse; aber leider ist dieImagination so schwach geworden, daß sie sich nicht in den ZustandAnderer hincindenken kann, und so wollen wir uns lieber an unserSelbstgefühl halten, als an ihr Mitgefühl. Sympathie soll zwar nachunsern Philosophen ein Grundtrieb der Natur sein, aber wenn Sinn-lichkeit und Luxus das Gefühl stumpf gemacht haben, oder schwereeigene Leiden drücken, muß Mutter Natur schweigen, und wie willman großen Philosophen oder vornehmen Personagcn, die sich für

i Wie daS Menschenantlitz mit den Lachenden lacht, so weint es mit den Weinenden.