der dritte und höchste Grad ist — der höchste — Magnetismus undSomnambulismus! Hier beginnt das Reich der Ahncr, Schwärmerund Mystiker. Theologen lächeln stolz zu dieser Gemeinschaft mit derGeisterwelt; bei Aerzten und Philosophen scheint der Teufel los zusein, der mit der Taschenspiclerin Seele Experimente macht, wie miteinem Körper, und dem Denker und Zweifler muß erlaubt sein, zulächeln. Er, der mit offenen Augen und mit den Augen geübten Ver-standes so oft im Finstern tappen mußte, hört nun von Anschauungenaus der Magengrube, von Mauipulircn der Schenkel, Weichen undBusen, das von einer Mannshand weit kräftiger wirkt, als von derHand eines Weibes; er hört von Hellsehen mit verschlossenen Augen,von selbstverschriebenen Arzneien und ihren Wundern, von Desorga-nisation und Extasen, die den Nervenkranken mit der ganzen Naturin Verbindung setzen und mit dem Reiche der Geister. Selbst in denMond und die Juno sind schon einige gereist, und ich kaun nicht sagen,ob ihre Reisen schon gedruckt sind.
Mit Adlersblicken sehen diese Auserwählten das Verborgene inder Vergangenheit, und die noch im Keime liegende Zukunft. Siebeschränkt weder Raum noch Zeit, sie stehen in Wechselwirkung mit denentferntesten Personen, und eine Hellseherin sah ihren Mann vorWashington fallen, hörte ihn rufen: „O Marie, mein Weib!" und sowar es auch. Wie wichtig könnten nicht noch die Somnambulen denKabinetten werden, wo Fernsehen und Fcrnhören nicht mit Aold auf-znwiegen ist! Am meiste» aber verlieren dabei die Aerzte, die nichtin den Leib hineingucken können, was Hellseherinnen Kleinigkeit ist.Sie sind in stiller Ruhe und lächelnder Zufriedenheit wie im Himmel,wenn auch der siderische Leib sich wieder in den adamischen verwandelt,und menschlicher Antipathie unterworfen ist, die ihn in Nacht undKrämpfe stürzt, sobald ein Unberufener hinzutritt, und nur im Bettesich frei bewegt, wenn die Convulsioncu ausbleiben. Es muß erlaubtsein, zu lächeln über das Latein des Mädchens bei Eschenmayer:Nulivr est »nimal, vui «tat pro rationo volnntas, ' Mx über denHerrn Doktor, der den thierischen Magnetismus eine geistige Zeu-gung durch geistige Begattung nennt. Auf welcher Seite wohl dieVernunft stehen mag?
Jede Zeit hat ihre Thorheit. Unsere guten Alten plagten dieWeibcrgelüste, von denen man jetzt weniger hört, wahrscheinlich, weilman weniger daran glaubt. Ein Doktor Hamberger in Schwaben
> Da» Weib ist ei» Geschbps, dem der Wille statt der Vernunft gilt.