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und Künstler, und es fühlt sich da doch ganz anders. Selbst die un-kultivirten Völker der Südsce beweisen es unter ihren Brodbäumcnund Cocospalmen. Das Pflanzenreich scheint sich zum Dank desMenschen selbst nach dem Klima zu richten: im kalten Nadelhölzer, imwarmen Laubhölzer, im heißen Bananen, die wie Sonnenschirmeganze Dörfer beschatten: gerade zur Zeit der Hitze reift unser er-frischendes Obst. Eine stiefmütterliche Mutter Natur macht auch dieMenschen unfreundlich und unempfindlich sür gesellige Freuden, undselbst der finstere Jean Jacques sagte: In, Norden waren die erstenWorte Kicker-mol, im Süden Umer-moi!'
Der Vorwurf der Feigheit, den man dem Süden machen wollte,weil die Eroberer aus Norden kamen, ist nicht gegründet: diese suchtenglücklichere Gegenden und die Zcituinstände begünstigten sie. Vergessenwir die erobernden Griechen, Carthagcr »nd Römer? die Araber desMittelaltcrs und die Portugiesen und Spanier der neuern Zeit, unddie Helden der Revolution? Der Norden wies sie zwar wieder in dieOrdnung, aber nordisches Klima, Wagestücke, verblendet durch zwanzig-jährige Siege, thaten noch mehr, und am meisten das Sprüchwort:„Viele Hunde find des Hasen Tod."
Unter dem nordischen Himmel gedeihen die hohlen Ideen vonHexen und Gespenstern, wozu durchaus die Dünste eines geheiztenZimmers, der Rauch und der heulende Nordwind, welcher Schnee undHagel gegen die Fenster schmettert, gehören, die im Süden, trotz allesAberglaubens, nie so gediehen. Der Süden berührt die Idee desAufhörens, der Verwesung und ewiger Nacht nur leise und in gefäl-ligem Bilde: der Norden drängt die Phantasie zum Grabe. DieSeele ist voll Trauer und Wchmuth, wie die Seele Ossians, wenndie Nebel über die Heide ziehen, die Winde im Walde brausen, dieFlamme auf dem Herde lodert und die Nacht das Grauen des Mor-gens kaum abwarten läßt. Brutto oos»! ' ruft der Italiener, derdoch noch nicht Palmen, Pisang, Mimosen kennt, oder höchstens nurals kranke Pflanzen im Gewächshaus«:. Im Oriente ist die Nacht, wasuns der Tag; Dichter besingen Nächte, Araber rechnen nach Nächten,und der Perser liest beim Moudculicht. Nur im glücklichen Süden istdas Grüne recht grün und der Himmel himmlisch blau.
Unter dem südlichen Göttcrhimmel ist selbst die Religion sanfter.Unter einem solchen Himmel sagte Jesus der sündhaften Magdalena:„Ihr ist viel verziehen, denn sie hat viel geliebt." Hier äußert sich
t Helft mir — liebt mich. — r Garstige Cache.