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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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die Liebe von der Straße zum Fenster; im Norden muß man ihrThür und Kämmerchcn öffnen: dorten spricht sie durch Mandoline,und Horazcns Isnes sud uoots susurri l sind eigentlich Serenaden;im Norden flüstert man — ein Pfiff — und bald wird Alles stilleund husch ins Bette! Und doch sehnte sich der kranke Sulzer zu Nizzawieder nach seinem Dorfe Moabit bei Berlin, wie der Schwarzwäldernach seinen schwarzen Tannen. Es lebe die Gewohnheit! Wir könnennicht Alle jenseits der Alpen und der Thüringer Berge leben, und esist gut, daß selbst der Geist in gewisse Grenzen eingeschlossen ist. —Wie, wenn wir auch noch lappische und Negerschriften lesen müßten?Der deutsche Norden allein befriedigt uns schon mehr als satis.'

Gebirgsbewohner sind auch lustiger als Flachländer. Auf Schwei-zer-, Salzburger- und Tiroleralpen leben srohsinnige Menschenund größere praktische Philosophen als die größten Epikuräer odertiefsinnigsten Kantlinge. Auf und zwischen Bergen wohnte stets altegute Sitte, Muth und Freiheit, die Milton mit Recht eine Berg-nymphe nennt, und neben ihnen komischer Witz, daher sonst auch Ti-roler die Hosnarrcnstellen gleichsam besetzt hielten. Selbst die unter-irdischen Bergleute, die doch meist vor dem vierzigsten fort müssen, sindmunter und nichts weniger als von Leder, selbst in den Salzwerkcnzu Wiclizka nnd den Stcinkohlcngrnben zu Newcastlc. In Berggegcudcnerscheint die Natur in ihrer ganzen Majestät. Selbst das Meer, vomUfer aus betrachtet, erregt lange nicht das Hochgefühl, das es voneiner Anhöhe aus gewährt, z. B. von der Stubbenkammcr auf Rügen.Gaben ja schon die Felsenbnrgen des Mittclalters dem Adel ein be-sonderes Hoheitsgefühl. — Die heitere Stimmung kann kein Flachlandgewähren, aber aus einem Berge stehend umfassen wir die Natur, wiedas Kind, das auf einen Stuhl gestiegen ist, um den Vater destobesser umarmen zu können.

Auf Bergen ist man dem Himmel am nächsten, dem gar Viele niemehr so nahe kommen, und daher sind Gebirgsbewohner gerne religiös,glauben aber auch gerne an Rübezahl und Schnellerts Geister. DerChimborasso sollte vom Himmelaya um 6000' hcruntcrgestochcn wer-den: Neuere wollen gerade das Gegentheil behaupten. Beide sindkahl wie die meisten Hochnascu, und so läßt sich nichts von den Be-wohnern sagen.

Caschemir, das Paradies Indiens an den Quellen des Indus,dessen Rosen im ganzen Orient berühmt sind wie die Shawls aus

i CanfteS Flüstern zur Nachtzeit. — * Hinlänglich.