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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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in Jndicn, Acghptcn und Judäa war Erziehung in der Hand derPriester; nun kamen gar Mönche, die sich nach den politischen Absich-ten des Hicrarchcn zu Rom in blinder Dummheit oder jesuitischerSchlauheit richteten; wenn man sie aber hörte, erzogen sie zur EhreGottes. Mönchscrziehuug herrschte, bis die Jesuiten kamen, die doch,so verschrien sie mit Recht sind, hellere Ansichten hatten, auf welchenMontagnc, Rousseau, Locke rc. fortbautcn, Basedow und Campe, die frei-lich lange genug mit Theologen und Philologen theilen mußten, mit Can-steinischcn Bibclanstalteu, Längs Grammatiken nnd Traktiren der armenKlassiker. Nie wurde so viel über Erziehung geredet nnd geschrieben, alsim achtzehnten Jahrhundert inDcutschland. Mit den Jcsuitcnschnlen eifer-ten die Fränkischen oder Pietistenschulcn, mit den philologischen die Phi-lanthropie- nnd Elementarwcrkc. Die Eklektiker' waren wohl die vernünf-tigsten, wenn die Lehrer den Emil nicht falsch verstanden, der da will, daßman die Zöglinge der Natur überlasse und alles thue, indem man nichts thut.

Viel war schon gewonnen, wo man ohne Erlaubniß der Obernerziehen durfte, nnd die Jesuiten, der gescheiteste aller Orden, der alleTalente an sich zog, Hütten viel leisten können, wenn sie ohne Erlaub-niß der Obern hätten erziehen dürfen, nnd sich bloß mit der ErziehungHütten befassen mögen. Die Nostri (so hieß es, wenn sie von ihremOrden sprachen, wie die Armee spricht: die Unsrigen) warm gewißnicht alle mit ihrem Petschaft einverstanden, das den Glauben miteinem aufrecht stehenden Kegel bezeichnet, die Vernunft aber miteinem unter sich gekehrten; aber sie hingen vom General ab wie derSoldat; sie hatten tüchtige Erzieher, aber verdarben häufig das, wassie a priori hergebracht hatten durch die postoriora. 2 Weltliche Pri-vaterzieher warm also besser und sind in vieler Hinsicht noch heutebesser als öffentliche, wo sie mehr als die ersten Bedienten im Hausesind, sowie es selbst um Forstknltur bester steht, seit man Försterwählt, die mehr kennen, als die Stiefclhölzcr ihres Herrn. Die besteGrundlage wäre immer eine gute häusliche Erziehung, wenn nurimmer eine gute Elternerziehnng vorausgegangen wäre, aber in derRegel wachsen die Kinder auf, wie Mutter Natur will, während Papannd Mama viel von Erziehung zu sprechen wissen, nnd wie viele Elternmüssen nicht erst selbst sogar in Spitälern, Narren- und Zuchthäusernerzogen werden? Es geht vielen Kindern wie der linken Hand, die ent-weder ganz vernachlässigt, oder nur zu niedrigen Diensten gebraucht wird.

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