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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Rabcuers Erzieher erbot sich noch nebenher, den gnädigen Herrnnach dein Strich und gegen den Strich zu rasiren; es war ein Theo-loge, Kästners Erzieher aber ein Jurist, der sich nicht hiczn entschließenkonnte, endlich aber doch diese Ehre nicht länger ablehnen durfte, abernun den Herrn Patron so rasirte, daß man sie ihm nicht mehr zu-niuthete. Späterhin verlangte man vorn Hofmeister echter Art höch-stens einige Dutzend Gelegenheitsgedichte, oder die Llluvution eomglötsder Mad. de Bcanmont. Damals verwendete man mehr auf den Un-terricht der viersüßigcn Jugend, und noch heute ist der Tanz-, Musik-,Zeichen-, Sprachlehrer oft besser bezahlt als der eigentliche Erzieher.Aristipp forderte tausend Drachmeu; der Vater rief: „Dafür kaufe ichja einen Sklaven." — „Thue solches," entgegncte der Philosoph, „sowirst du zwei haben." War es ein Wunder, wenn Hauslchrcrstcllcnnur als ein gis aller' angesehen, und Hauslehrer Hofmeister genanntwurden, weil nur hiutenhinaus und auf dem Hof ihre Wohnung ist?Indessen äooeuüo äisoinnis,'' und jungen Gelehrten kann es keineSchande sein, damit anzufangen, womit ein König aufhörte. ZumErzieher muß man eigentlich geboren sein wie zum Künstler, und danoch bleibt wahr, was mir ein berühmter Berncr etwas taktlos insStammbuch schrieb, als ich mich am Gcnfcrsee in den Hofmcistcrkarrcnspannen ließ:

Hos lupitvr »die, c>uvs kaeit pssösgoßos. ^

In öffentlichen Schulen war die Grammatik Alles; wer dachtean wissenswerthcre Dinge, oder gar an eine Grammatik der Tugend?Mau mußte Latein lernen, wäre es auch nur gewesen, um seinenoasuiu richtig zu setzen; die Lehrer selbst kannten nichts besseres, nichteinmal Deutsch und deutsche Klassiker, und ich hatte auf dem Gym-nasinm Verdruß davon, daß ich äußerte: „Vorn Rektor lasse ich mirmein Griechisch und Latein gerne korrigircn, aber nicht mein Deutsch,das verstehe ich besser." Der Napf der Katcchismusmilch und dieKartoffclmast des Gesangbuchs stand neben dem Pumpcrnikel der la-teinischen Grammatik, Vocabeln und Seybolds Sprüchwörtcrn. Kna-ben, zu Handwerkern bestimmt, mußten Latein und Griechisch mitlernen;anderwärts war der, der nicht gerade Theologie studircn wollte, freivom Griechischen; so wenig kannte mau den Geist Griechenlands, undder Hebdomadarius oder Wöchncr machte oft mehr Umstände als eine

> Letzter Ausweg. — r Durch Lehre» lerne» wir. — > Jupiter haßt diejenigen, welcheer zu Schulmeistern gemacht hat.