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Gar viele Philanthropiner-Lchrer waren die flottesten Barsche und be-wiesen, daß Lehren and Thun zweierlei sei, wie jener Schulmeister:„Habe ich nicht oft genug gesagt, daß ich thu lesen, ich thu essen,trinken rc. nicht rein deutsch sei? thut's einmal merken!"
Wir sahen nun Erzieher, die, gleich jener belesenen Dame, sichrühmten, den Kindern aus dem Schooße stets vorzusagen: „Handlenach Grundsätzen," und hieraus gingen die Kraft- und Gcniemänncrhervor, die Alles wissen wollten, ohne etwas gelernt zu haben, Allesuniformen wollten, und sicher ist der Egoismus und die Bielwisserciunserer Tage und die unselige Frühreife zum Theil Werk dieser Phi-lanthropincr. Genie! Genie! war das Feldgcschrci, und die Geniesglichen dann dem Knaben, den Alle bewunderten, weil er schon soviele Geschichten wußte, und auch das Geschichtchcn von Alexander,der den Arzneibechcr des Arztes, den man ihm als Giftmischer ver-dächtigt, zntraucnsvoll auf einen Zug leerte. Rousseau pruste denKnaben näher und crsuhr, daß er Alexander:: lediglich darum so sehrbewunderte, weil ihn: seit 14 Tagen das Arzueieinnehmen so hart ge-gangen sei. Ihm, Papa und Mama und der ganzen Gesellschaft ent-ging ganz der eigentliche Geist des Gcschichlchcns: „Alexander glaubtean Tugend." Genie! Genie! Aber Scipio wurde nur der große Manndurch Arbeitsliebc (zula-o--!--), Colon entdeckte Amerika nur durch lan-ges Studium, Newton schrieb seine Entdeckungen seiner Geduld zu,und Busfon nennt das Genie selbst ^ptitncks n la patisnoo. > Wirkastriren Pferd und Stier, damit sie unter das Joch taugen, die Phi-lanthropisten entfesselten von allein Joch, als ob wir ohne Joch wären,sprachen von nichts als Menschenwürde, aber mir ist unter ihrenPrinzen kein Marc-Aurcl bekannt, der den Höflingen, die seinen Sohnwegen der Thränen um seinen gestorbenen Lehrer tadelten, gesagthätte: „Erlaubt meinem Sohn, Mensch zu sein, ehe er Kaiser wird!"
Es war recht gut, daß man dieser philanthropischen Schwärmereiund Prellerei wieder Privatunterricht vorzog, der mir unter einemtüchtigen Lehrer und klugen Eltern der vorzüglichste zu bleiben scheint,für schwache Köpfe einmal ganz gewiß und selbst snr Mittelköpfe. Esist nur Schade, daß man selten die rechten Erzieher findet, noch ge-wöhnlicher die wohlfeilsten sucht, und daß selbst, wenn Alles in Ord-nung ist, die Affenliebe der Mama wieder Alles verdirbt. Die un-figürlichcn Nffenmütter drücken öfters ihre Jungen aus reiner Zärt-lichkeit todt, die nnsrigcn ziehen sie groß zum Jammer der Welt und> Anlage zur Geduld.