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erzichung und der gerade Gegensatz des Unglaubens, dessen FolgeFreigeistern ist, d. h. der Grundsatz, keine Pflicht mehr anzuerkennen.Zwischen diesem Aeußersten liegt der praktische Vernunftglaube inweiser Mitte. Aber wer will die unzählbaren Gestalten des Aber-glaubens im Gefolge des Teufels und der Hexen, der Geister undder Träume, der Selbsttäufchnng und des Betrugs, und der dummenfrommen Einfalt beschreiben? Es erforderte ein eigenes Werk, wonicht so stark als Krünitz Encyklopädie, doch wenigstens von der Fülledes ConvcrsationSlexikous — daher hier nur leichte Andeutungen. DieHauptquellc des Aberglaubens bleibt immer die Gewohnheit des großenHaufens, Alles zu bewundern und anzustaunen, was sein Verstandnicht begreift. *
Der Aberglaube, dieser blödsinnige Bruder des Glaubens, saßschon mit den spartanischen Ephoren unter dem Stcrnenhimmel, undschneuzte sich ein Stern, so hatten die Könige die Götter beleidigt,und man setzte sie ab. Mit dem rechten Fuße mußte Alles angefangenwerden, und versah man dies, so blieb man zu Hause und wohntenicht einmal seinem Weibe bei; Weiber verloren beim unrechten Fußam meisten, und vielleicht führte dieses alte Vornrtheil die Nachweltzu dem noch fortdauernden Vorurtheil der rechten Hand. Die visstasti und netasii ' der Alten verpflanzten sich in die rothen undschwarzen Tage unserer Kalender, in die blauen Montage der Hand-werker und die Wandertage der Dienstmägde, die den Dienstag oderFreitag wählen, vermuthlich wegen der Anfaugsworte: Dienstfrei.Bei den freien Verfassungen der Alten war es daher gut, daß dieHaruspiecs und Augurcs durch Vogelflug und Thicreingeweide dasVolk nach Staatsabsicht oder höherer Einsicht der Obern lenken konnten.Selbst Napoleon und seine Franzosen glaubten so gut als Wollenstem: an Dies kasti und nefosti, und machten leider darüber mehr rothes Tage als im Kalender stehen; der Held führte am Jahrestag derSchlachten von Marcngo und Fricdland seine Helden in die Schlachtvon Belle Alliance, und diese war ihr letzter rother Tag. Oder war, es Schlauheit des Italieners, sich so zu stellen, als ob er an glück-liche oder unglückliche Tage glaube? Es war ein großer Vortheil,wenn es seine Soldaten glaubten.
* v. Dobeneck, des deutschen Mittelaltcrs Dollsglaube und Hexensagen. Berlin 1815.8. Grimms deutsche Sagen. 1816. 2. 6. Fischer, daS Buch vöm Aberglauben.1790-94. 36. 8. Keller, das Grab des Aberglaubens. VI Stücke. 1777. 8.
i Tage, die Glück und Unglück bringen.