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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Cato und Cicero, und wohl die ganze gebildete Welt, spottetenzwar schon dieses Aberglaubens, und als die Krähen im Lager desPompejus von Adlern verfolgt wurden, spottete dieser der Furchtsamen:„Liegen wir denn gegen Krähen zn Felde?" — Claudius ließ gar dieheiligen Hühner, als sie nicht fressen wollten, ersäufen: „Mögen siedafür saufen," aber wie ernst erzählt nicht wieder Livins seine Omina, ^und hatte nicht Suctonius immer zivei Kapitel bereit, eines gnoäoiroa religionom inorit, ^ und ein zweites die pravsagia mortis ' seinerCäsaren? Und welche Wunder erzählt nicht Philostratus von seinemApollonius von Tyana, die den Möuchslegcuden wenig nachgeben undvon Freigeistern auch mit den Wundern Jesu und der Apostel ver-glichen worden sind? Wie mag es erst mit dem Volke ausgesehenhaben? Auf dem dampfenden Orakclloch zu Delphi, das durch be-geisterte Ziegen entdeckt wurde, saßen Mädchen, wie Holländerinnenauf ihren Wärmstübchen; es gab Vorbereitungen, die offenbar die Phan-tasie verwirren mußten, die Orakel waren in dunkeln unterirdischenHöhlen. Eine der Priesterinnen der Ppthia erlebte ein kleines Unglück;man nahm zu fünfzigjährigen seine Zuflucht, und da ging das Weis-sagen noch besser. Mit dem Christenthum sollen die Orakel verschwun-den sein; sie dauerten aber wohl noch einige Jahrhunderte fort, undOlsrivus olerioum non äsoimat Chronos, ° nicht Jesus, war es,der die Orakel verstummen machte, wie die späteren Orakel Roms undselbst die alten Orakel unserer Universitäten beweisen.

Priestertrug und Orakel waren Eins, daher meist dunkel unddoppelsinnig, aber auch nicht selten sehr fügsam. Demosthenes schonsagte: Pythia philippisirt, ° und als Kaiser August mit der entführtenLivia Beilager hielt, versicherte das Orakel: „Die Ehe mit einerSchwängern könne keine andere als gute Folgen haben." Delphi er-innert stets an Loretto, und Loretto an Delphi: das heilige Häuschender Maria, von Engeln Herbeigetragen, hatte sicher mehr Schätze alsjener Apollotempel, der vielleicht die erste Idee zn diesem heiligen Be-trüge gab; aber warum verfiel man nicht auch auf förmliche Orakel,da die Welt des Mittelalters doch noch weit dümmer war als dieWelt der Alten? Zu Rom saß ein Orakel — hätte» nicht mehrereden Handel verdorben? So ist die Scclenwanderung eine herrlicheLehre für die Bonzen des Orients. Zwei Bonzen sahen zwei fette

* Vorfälle, welche die Zukunft andeuteten. — 2 Die Verhältnisse der Religion. —2 Vorzeichen des Todes.* Ein Geistlicher nimmt vom andern nichts, entzieht ihmnichts. — ^ Die Zeit. — s D. h. spricht nach dem Linne Philipps von Macedonicn (weilbestochen).