Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
212
JPEG-Download
 

wahrscheinlicher ist, falls sich eine Schwangere darunter findet, daß ein14. geboren werde.

Hat nicht selbst das berühmte Convcrsationslcxikon die geheiligteZahl 12 beachtet? Das alte Duodczimalsystcm ist offenbar wenigerverdächtig als das Dezimalsystem, das zwar vernünftiger und beque-mer ist, aber doch immer revolutionär bleibt. Eine kleine Idiosyn-krasie mochte es doch genannt werden, wenn ein mir lieber Fürst, er-haben über manches Borurthcil seines Standes und nichts weniger alsabergläubisch, doch am 13tcn eines Monats nichts Ernstes vornimmt,weil er an diesem Tage schon allerlei Unheil erlebte. Der ganzeSpuk mit 13 rührt wahrscheinlich aus dem Evangelio: Jesus saß zuTische mit den Zwölfen, folglich war er der 13te und endete so un-glücklich, weil unter den 12 ein Schurke war, Judas. Wozu könneneinen Schurken nicht bringen? sowie 11 Kinder gewiß schon manchenVater bestimmt haben, sein Möglichstes zu thun, um das Dutzendvoll zu machen. Immer besser, als wenn Finanzgicr, wie in einergewissen Stadt geschah, die Contribution auf 13 Termine erhöhte —der letzte hieß der 13te Monat — und sich so selbst über alle Kalenderhinwegsetzte.

Alles, was sich um 12 dreht, ist immer noch Kleinigkeit gegenden Teufelsunfug in den sogenannten 12 heiligen Nächten, wo Blei-gießen noch das Erträglichste ist; die Gießerin sieht, von welchemHandwerke ihr Liebwerthester sein werde, sowie der rücklings vor dieThüre geworfene Pantoffel durch sein Ein- oder Auswärtsstehcn be-weist, ob sie bleiben oder nicht bleiben werde. Manche kehren nackendund rücklings das Zimmer, und die Witterung dieser heiligen 12Tage bestimmt die Witterung aller 12 Monate des neuen Jahres.Wenn Unvcrheirathete im Gesangbuch oder in der Bibel das WortBräutigam aufschlagen, so wird's richtig, und lange vor Montgolsiersind in dieser heiligen Zeit Flachs-Morktgolfiere gestiegen, Hans undGrete: fliegt der Flachshans mit der FlachSgrcte zusammen, so wirdder Fleischhans und die Fleischgrcte das, was sie privatim längstwaren, auch xablioe ^ — ein Fleisch. In dieser heiligen Zeit istgerade der Teufel los an allen Ecken und Enden, und ich muß alsLaie über den Grund schweigen, wie über die heiligen Mysterien selbst,und Alles denen überlassen, die gründlicher, klostcr-, stifts- und faknl-tätsmäßig eingeweiht sind; aber der Sylvester- oder Ncujahrs-Vorabcndhat für mich ungemein viel Feierliches, eingedenk der Weihnachtsfreuden> Unter sich — Lfsciitlich.