Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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XVIII.

Teufel und Hölle, Engel und Himmel.

Man wußte sich das Böse in der Welt, das im Grunde zumGuten in eben dieser Welt führt, nicht anders zu erklären, als daßman das Uebel personificirte, den Typhon, Satanas und Diabolus(Verleumder) und den Teufel erfand, und so glaubte man den anschei-nenden Widerspruch mit der Gottheit vollkommen gereimt. Er ist einuraltes chaldäisches Produkt, das von da zu den Hebräern und Christengekommen, zu dessen komischem Bilde wahrscheinlich die Satyrn, Faunenund großen Affen der Wüste gesessen haben, wenigstens läßt St.Hieronymus einen solchen Satyr mit einem Einsiedler der Thebaisförmlich dialogircn, St. Augustin predigte in Acthiopicn Aecphalen,oder Menschen ohne Köpfe (was ja noch heute geschieht), und St.Tertullian versichert gar, eine Seele gesehen zu haben. Wenn dieschwarzgalligten Vater und Einsiedler der Wüste in den Affen Teufelsahen, so ist das nicht wunderbarer, als daß Don Qnixote Wirths-häuser für Schlösser ansah, und Windmühlen für Niesen. Bergleutenennen in ihrer Bcrgsprache^ie Tiefe: Teufe, Erbteufe, Erztenfe; obunser deutsches Wort Teufel nicht daher kommt, da wir ihn nur inder Tiefe oder Hölle suchen, wie Gott in der Höhe oder im Himmel?

Schon das schöne griechische Wort (Glückseligkeit) be-

weist, daß der Aberglaube überall Dämonen sah, böse und gute; dieslavischen Völker nennen das gute Wesen Lolidox, den weißen, dasböse aber Isodsrnobog, den schwarzen Gott, und die Kircheuväterund 88. Ibeologi bildeten die Lehre vom Teufel, seinen Werken undWesen nach und nach so aus, daß Millionen Menschen das Leben dadurchverbittert wurde, wie der Anatomc Haller es einem kranken GöttingcrBürger verbitterte; er ging zu dem Todtkraukcn in seinem Pelz, undfragte ganz professormäßig: „Was muß ich Ihm geben, wenn ich Ihnkriege?" Der arme Kranke heulte und betete aus Angst, denn er sahim pelzigten Haller den leibhafte» Teufel. Unser Teufel ist einHebräer, folglich auch seine Muttersprache Hebräisch, und kein Wunderder Abscheu vieler Menschen vor Allem, was hebräisch ist, wenn esauch deutsch spricht. Die heilige Therese dcfinirt den Teufel rechtschön: ein Unglücklicher, der nicht weiß, was lieben heißt.