Teufel in die Kirche, so will er auch Messe lesen." Becker, Thoma-sius, Mied rc. erklärten Alles natürlich, was man sonst dem Teufelzuschrieb, aber die Theologen sagten, dies gäbe gerade ihm die schönsteGelegenheit, im Trüben zu feschen, und Theologen muhten doch denTeufel am besten kennen. Bat nicht ausdrücklich noch ein ehrlicherDorfpfarrer Klopstock, er möchte doch ums Himmelswillen den gefal-lenen Engel Madonna nicht selig werden lassen? Viel, unendlichviel gehörte dazu, bis Blumaucr seine Ode an den Tcnfel schreibenkonnte, nnd der Teufel wenigstens mediatisirt wurde. Jetzt hört manselbst in Baucrnschenkcn singen:
Laß den Teufel brummen,
Er muß doch verstummen.
Louis XIV. hielt sich für einen Gott, weil ihn seine Franzosendafür hielten, und fürchtete sich vor Hölle und Teufel, daß er seinealte Maintenon heirathete; aber stritten sich nicht selbst Gelehrte nochüber die bei Jena theils todt, theils übel zugerichtet gefundenen Schatz-gräber, ob der Gottseibeiuns Schuld habe oder der Kohlendampf?Im siebenjährigen Kriege hingegen, wo der Teufel einem preußischenVorposten auf das Wer da? fürchterlich zubrüllte: „Der Teufel!" derwackere Preuße aber: „Steh Teufel, oder ich schieße!" rief, und einenverkappten Mönch packte, war es schon bester geworden. Friedrich ließlachend den cingefangencu Teufel in vollem Costüm durch die Trup-pen defiliren, und sein Kloster mußte zur Strafe schwarze Stiefelettenliefern. Dieser Vorposten kann es nicht gewesen sein, der über seinenVertrag mit dem Teufel melancholisch wurde, den aber ein kluger Feld-prediger curirte: „Hat Er denn seinen Coutract schriftlich gemacht?"— „Nein." — „Na, so ist Er frei; da lese Er des Königs Edikt von1764 ." — „Alle Contracte sind null und nichtig, die nicht schriftlichund auf Stcmpelpapier gefertigt sind."
Recht sonderbar waren denn doch diese häufig vorkommenden Bünd-nisse mit dem Teufel, mit Blut unterzeichnet, denn mit Hülfe desFürsten der Finsterniß, der in der Lust herrscht, glaubte man einzweiter Faust und Luxemburg zu werden, was weniger eintraf als:„übergib nur dein Kind dem Teufel und es wird des Teufels." —Die alten Chroniken wimmeln von den Schicksalen derer, die im Bundemit dem Bösen standen, und manche davon können wahr sein ohneall sein Zuthun; oft lag ein Meuchelmord zu Grunde, und der Meu-chelmörder fand Schutz hinter jenem Teufelsglauben; oft mag Elektri-