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XX.
Die Geister und Gespenster.
Zwar seh' ich selber nichts-
Auch Bileam sah nicht, was mit erstauntem BlickeSein Thier erleuchtet sah!
Der Glaube an Geister ist so alt als die Welt. Jndier undAegypter, Griechen und Römer, Hebräer und Christen, Völker derKultur und Unkultur haben von jeher Geister gesehen, und sehen sienoch; Dämonen, Geister, Gespenster, stille und friedliche (lares), bösePoltergeister (Isrvoo, leiuures), reine und unreine, Engel und Teufel,weiße, schwarze und graue Gespenster, mit Wohlgcrüchen im Himmels-glanz und mit Höllengestank in scheußlichen Gestalten. Noch heutemacht der Geist im Hamlet, der steinerne Gast oder die Ahnfrau inden Gallcrien und im Paradies der Theater seine Wirkung, währendder Philosoph etwa nur an ein Gespenst glaubt, das in seinemeigenen Leibe spukt—den Geist oder die Seele. Dieser allgemeine Ge-spensterglaube lehrt komisch genug, was der Satz auf sich hat: AllsVölker glauben das, folglich ist es wahr I
Geisterglaube scheint einmal für die Neugierde, für Gefühl undPhantasie vom höchsten Interesse zu sein, überall neigt sich das Ge-müth zu dem Unbekannten und Unsichtbaren, und das Schauerlichehat eigene Reize, namentlich in der Jugend. Hcsckiels weites Feldvoll verdorrter Gebeine, die auf des Herrn Wort rauschten, sich regten,sich zusammenthaten, jedes Gebein zu dem seinigen, Fleisch und Hautbekamen und wieder lebendig auf den Füßen standen, wie ein großesHeer, machte mir in der Knabcnzcit schauerliche Träume, die meineGebeine erschütterten (noch halbe Knorpel), wie das Kirchenlied: OEwigkeit, du Donnerwort rc. Recht lebhaft erinnerte ich mich derPhantasinen meiner Jugend 1806 zu Paris, wo in einem Souterrain» ein Künstler der Phantasmagorie die drolligsten Scheinbilder auf-treten ließ mittelst des Hohlspiegels.
Gespenster (Llaues) sind nach der Rockcnphilosophie Seelen ver-storbener Menschen in Luftgestaltcn, worunter sich zu Zeiten böseGeister mischen, daher nur den weißen Gestalten zu trauen ist, die nichtDemolritoS. III. 16