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stinken. Alt ist der Glaube, das; die nicht znr Ruhe kommen, dienicht begraben sind. Vergrabene Schätze, nicht gehaltene Versprechungenund nicht gebüßte Verbrechen lassen eben so wenig ruhen, und andiesem Glauben mag Plato Schuld haben, der in seinem Phädon un-reine Seelen sichtbar um ihre Gräber irreu läßt zur Strafe einesübelgcführten Lebens. Die Poesie benutzte diesen Aberglauben zu Ge-spcnstermährchen, und er hängt genau mit dem Glauben an Fortdauernach dem Tode zusammen, der aber gar wohl ohne jene Mährchcnbestehen kann. In unsern Zeiten braucht man nicht zu bangen, sonstmüßten wir noch weit mehr herumirrende Seelen zählen, als die alteredlichere Welt: am wenigsten wird es geschehen wegen vergrabenerSchätze.
Die Morgenländer, die Griechen, Römer und Hebräer hattenschon ihr Schattenreich (Hackes, Soüsol, was Luther nicht durch Höllehätte übersetzen sollen), Unterwelt oder Todteurcich, wie der europäi-sche Norden seine Walhalla, und die Wilden Amcrika's ihre ewigenJagdgcfildc; Homers Schatten sind kraftlose Luftwescn, die nur pipenwie Fledermäuse, und bei Ossian blicken sie durch die vom Mondebeleuchtete Nacht und Nebel der Haide, berühren die Schilde gefalle-ner Helden und die Harfen der Barden als Vorboten. Lrin's oloucksLIS Iiung rounä ncktb güosts, I und noch heute glauben die Hochschottenan die Stimme des Todes und ihr seoonä »igln.' So denkt sichunser gemeiner Mann die Seelen und öffnet das Fenster, damit dieSeele der Verblichenen hinausfliege, und der gemeine Russe stelltWasser und Leinwand neben die Leiche, damit sich die Seele zuvorreinigen könne — immer ein wohlfeileres Mittel als die große Scelen-badanstalt — das Fegfcucr.
Unsere alten Theologen, vollkommen eingeweiht in die Geheim-nisse des Jenseits, schildern die Seelen mit so feinen Körperchc», daßmehrere Tausende, gleich Leibnitzens Monaden, tanzen können auseiner Nadelspitze, immer aber von Feucrstoff, und daher kommen Er-trunkene nicht wieder, denn die Seele ersaufet mit im Wasser, unddas Feuer erlöschet. Unsere Rockenphilosophcn sprechen daher: „Sollenwir uns schämen, ein Schattenreich zu glauben, woran die verständigstenAlten glaubten? Ist Geisterfurcht nicht allgemein, so daß doch etwasdaran sein muß? Der Geist, als Erdner an den Körper gebunden,schwingt sich entfesselt aufwärts, kann er sich nicht eben so leicht ab-wärts schwingen aus Sehnsucht nach seinen Lieben und um sie schwebeni Enns (JrlandS) Wollen sind mit Geistern umhängt. — r Zweites Gesicht.