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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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benennen wissen, so wüßten sie auch die Sache, und salbadern, wieeinst Sacrosancti über Gott und Ewigkeit, Himmel und Hölle, Engelund Teufel. Gehen wir über unsere Grenze hinaus, die nahe genugist, so verlieren wir uns, wie Verliebte im Mondschein, und sehennicht einmal die weiße Taube vom Himmel steigen, wie St. Johan-nes; ich sehe lieber eine aufsteigende, ihrem Lcibeskäfig entfliehendeSeele. Wir brauchen 20 Jahre, bis wir uns über das Thier erheben(daher man Nachsicht mit jungen Herrn und Damen haben muß),brauchten 3000 Jahre, bis wir nur unsern Körper gehörig kennenlernten, und werden wohl eine Ewigkeit brauchen für die Kenntnißeines Geistes, der doch in einem Augenblicke sammt dem Körper dahinist, wenn uns die Somnambulen nicht unerwartet weiter bringen, mitdenen es aber wie mit den alten Theologen zu stehen scheint, daß ichihnen gleiche ewige Ruhe wünsche. Ich begreife höchstens Sterbliche,die plötzlich verschwinden, sich unsichtbar zu machen wissen, und viel-leicht Gyges Ring geerbt haben.

Unsere vorstellende Kraft, genannt Geist, mag einfach oder zu-sammengesetzt sein, das Räthsel ist dadurch nicht gelöst; es bleibtbloß Wirkung und Erfahrung. Lavater, noch heute ein Oelgötzc derMystiker, schwärmte auch über den Unglauben an Geister und nannteihn unvernünftig; der, dem ein höherer Blick in die Geisterwelt ge-geben sei, sehe durch eine Spalte im Reiche der Unsterblichkeit Dinge,die der gemeine Mensch nicht sehe, und da er wirklich kein Mannvm^ gemeinem Verstände war, so guckte er durch diese Spalte, als erseine Aussichten in die Ewigkeit schrieb, und sah freilich Dinge, dieWeiber nicht sehen, wenn sie durchs Schlüsselloch gucken. Und doch,könnte es gemeinen Menschen nicht gehen wie Marokkv's Kaiser, derden europäischen Consul verlachte mit seiner Erzählung, daß bei ihmzu einer gewissen Jahreszeit die ganze Natur schneeweiß sei, und dieschwersten Lastwagen über Meer und Flüsse hinwegfahren?

Die Vernunft hat im Grunde nichts gegen die Möglichkeit derGeister, ja selbst gegen die mögliche Einwirkung auf Sterbliche, die jaauch Geister werden wollen und daher einstweilige Bekanntschaftwünschen müssen; gleich und gleich gesellt sich gern, warum grauen?Wir kennen eine Menge Dinge, von welchen die Vorwelt sich nichtsträumen ließ, ja solche für unmöglich hielt; aber vernünftiger handelnwir doch, bei übersinnlichen Gegenständen uns bloß an Fakta zu halten,und kein einziges Geisterfaktum hat bis jetzt noch so recht Probe haltenwollen; alle erscheinen als Spiele der Phantasie, des Zufalls, der