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listen aus: „Ihr seht, Geliebte in Christo, der Evangelist erzählt nichtbloß als Historiker „sie wärmten sich," er ist auch Philosoph, der indie Gründe eingeht, „weil es kalt war." Ein alter Kapuziner, derstets so einsam gelebt hatte, daß er die Zweideutigkeit eines seinerWorte gar nicht kannte, predigte über die hinausgestoßene Magd:„Im ersten Theil werde ich zeigen, was eine Magd sei? im zweiten,wie und warum die Magd hinausgestoßen worden, und im drittenund letzten Theil wollen wir die Magd selbst — hernehmen." Dawar doch das hübsche Banernmädchen weit mehr Herr ihrer Sprache,als der gnädige Herr sich herabließ, zu ihrer Hochzeit zu kommen:„Es ist mir eine recht große Ehre, daß Sie mir beiwohnen wollen."
Ein armer Weltpricster in Franken schloß seine Predigt: „Nochdrei Stücke wolle Eure christliche Liebe vernehmen; das erste weiß ichallein, das zweite wißt ihr und ich nicht, und das dritte weiß nurder, den ich nicht sehe. Meine Hosen haben Löcher, das weiß ich allein;das zweite, ob ihr mir etwas Tuch zu einem Paar neuen Hosen christ-mildest verehren wollt, wißt ihr; das dritte weiß allein der heute ab-wesende Meister Bügeleisen, ob er solche mir um Gotteswillen gratismachen will." Ein Jesuit, ärgerlich über das Plaudern und Lachender Jugend, fuhr auf: „Wo glaubt ihr nach eurem Tode hinzukom-men, he? auf Bälle, Concerte, Theater, Clubs, verliebte Abendcirkel?Ei so, warum nit gar? ins Feuer! ins Feuer! Feuer!" und dasschrie er so entsetzlich, daß seine schlafenden Zuhörer erwachten undalle aus der Kirche liefen zum Löschen. Mönche, ohne Kenntnisse undWelt, wußten bloß zu schimpfen, fuhren wie Besessene auf ihrer Kanzelherum und schrien, wie der verwundete Mars in der Jlias, aber daswar gerade dem Volk recht. „Sakcrlot, das wor'n Predigt, wir glaubten,d'Kanzel müß runter!" — „Na, was hat er denn gepredigt?" — „Ja,des wos i selber nit, aber recht g'macht hat er's!" und eben so willkommenwar Vielen die Blnmcnsprache der Mönche, die für Beredsamkeit galt,folglich auch die des Kapuziners, dessen Text war: „Kein Christ ohneLoch!"
Alle Klvstcrpredigten an Tagen der Heiligen waren die komischstenLobreden auf diese Wunderhelden; Pater Cochcm mußte noch weit zu-rückstehen und viv» rox ckoost. * An diesen Tagen floß Wein undBier in Strömen, und es kann gar wohl geschehen sein, daß ein Zu-hörer bei der Lobrede auf den heiligen Franz und den wiederholtenFragen des Redners bei jedem erzählten Wunder: „Wo setzen wir
' Die lebendige Stimme ist lehrreich.