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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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schrieb sein Dictionnaire. Bayle war der Vorgänger der neuen Skep-tiker und ein trefflicher moralischer Mann; auch wegen seines ArtikelsDavid wurde er verfolgt, der lachen macht.

In diese heillose Zeit fallen die vielen geistlichen Kraftbücher ohneKraft, aber mit kraftvollen Titeln: Geistliche Schwefelhölzchen desgöttlichen Feuers; geistlicher Zucker; geistliche Bomben; geistliche Suchverloren; geistliche Seelenapotheke; Puls der Seelen; die hauende Axtdes göttlichen Zorns; das geistliche Posthörnlcin; die geistliche Spin-nerin an der geistlichen Kunkel; das andächtige Häschen in geistlicherSauce rc.; la ruz-stigus oanuls paar Iss amas oonstlpöos; to 66votmaguigno»; ' die gottgeheiligten Nachtigallenschläge der christlichenPhilomele; die geistlichen Liebeskarten mit vier Matador (Jgnatius,FranzisknS, Bencdictns und Augustin) und mit vier Aß (Luther,Zwingli, Calvin und Voltaire), und die evangelische Uhr, nach welcherder Andächtige Alles zu seiner Stunde thut, wie der Mystiker, dendas Jesuskindlein besucht, der aber, wie er eben einen Stuhl reichtabgerufen wird zum Schmaus und tausendmal um Verzeihung bittet'daß er nicht länger die Ehre haben könne.

Baierns Exjcsuiten fabricirten noch in unserer Zeit die Gebet-bücher: Teufelspeitsche; christkatholische Handpistolen; geistliche Hosen-träger rc., und bei Protestanten standen Arndts Paradicsgärtlein unddas Habermännle oben an, neben dem goldenen Schatzkästlein. Nürn-berg lieferte Gesangbücher: Davids Harfe mit neuen Saiten; Andachts-harfc; geistliche Tafelmusik; der singende Mund; Herz- und Seelen-mnsik; es lieferte Katechismen wie die himmlische Scelcnweide für diezarten Lämmchen Jesu, und die Grammatiken hießen ja auch derNürnberger Trichter. Jeder glaubte noch vor fünfzig Jahren Pre-digten drucken lassen zu können, und sie waren oft die besten Verlags-artikel wie Kalender, selbst die Predigten eines angehenden Predigersmit dem Titel: Erster Schrei des Schäferhundes Jesu rc. In Frank-reich handelte man mit ungedruckten Predigten, spottwohlfeil, dasStück zu 15 Sons; der Händler bot einem jungen Mann, der sichAbends in seine Bude schlich, Predigten über alle möglichen Gegen-stände. „Ach Gott, ich brauche eine unbefleckte Empfängniß!" —„Diese gibt es nicht." — „Und dann eine unschuldige Magdalcna."— „Ach, die sind so selten, daß ich nur eine habe, und nicht unter6 Livrcs lassen kann." Jetzt sind wir so weit, daß mancher Prediger

1 Die mystisch- Älysti-rspritze für verstopfte Seelen; der fromme Rostkamm. '

Demokrilo». IV. 2