tlieologieu. Herzog Friedrich von Württemberg schickte dem Mark-grafen von Baden ein soeben erschienenes Werk über das Abendmahlzu seiner Belustigung in beschwerlichen Leibesumstiindcn, und dieserbat sich Belehrung aus, ob Se. Licbden den Spruch: Wer ein Weibansieht, ihr zu begehren rc., tropisch oder wörtlich nahmen? Der letzteLandgraf von Pirmascns liest in schlafloser Nacht seinen Fcldprobstrufen, damit dieser ihn belehre, ob die Hohepriester mit bedecktem oderunbedecktem Haupte ins Allerheiligstc gingen? Und wenn Friedrichvon der Pfalz den böhmischen Winterkönig so schlecht spielte, so warniemand Schuld als sein Hofpredigcr Scnltctus mit seiner Fcuerpre-digt über Ps. 45. Z»m Uebermaß des Jammers mußten Predigtennoch gedruckt werden, wenn sich's nur halb thun liest, und alle hättendas Motto wählen dürfen: „Und der Geist Gottes schwebte über den— Wassern!"
Nichts bezeichnet das Ockium täsulogicui» ' besser, als die scandalöseGeschichte zu Tilsit, die das '1'äsatruiu Lm-op. aufbewahrt. Der Pfarrer da-selbst reichte einem verhaßten Edelmann die Hostie mit den Worten: „Nimmhin zu deiner Bcrdaminnißund stieß ihn dabei nicht sanft vor die Nase;der Tiacon sollte beim Kelche dasselbe thun, da er es aber nicht that, sogeriethen beide in Eifer, und der eine warf das Hostiengefäß, und derandere den Kelch dem andern ins Gesicht. Diese lurbatio suerormn'verdiente Strafe, aber keine mehr als Carolinische Strafe; der Pfarrerwurde verbrannt, und der Diaconus enthauptet. Und welche gefähr-liche politische Auftritte veranlaßten nicht in Holland Arminianerund Gomaristen, wie der Protestantismus in Deutschland; und dieVerbindung Frankreichs mit dem christlichen Erbfeinde — obgleich dererste Beweis einer freieren politischen Ansicht — war der höchste Skan-dal des theologischen Zeitalters. Nichts ärgert mich mehr, als daßselbst ein Lcibnitz sich noch so viel mit theologischem Snicksnack be-schäftigen konnte, und diese Wichtigkeit, die er wahrem Unsinn schenkte,macht begreiflich, wie Kandidaten des heiligen Predigtamts, wenn sieknin ersten Mal die heilige Stätte betraten und aus Angst stecken blieben,nie wieder hinaufzubringen waren, ja einer sogar, als der letzte Versangestimmt wurde, in seiner Verwirrung statt auf die Kanzel zu steigen,geradezu auf die Kirchenthüre losging. Wir müssen unsere bessereZeit schon darum preisen, daß man so wenig mehr das: „Nöthigt sieherein zu kommen" hört, als man Bahle's ekelhaften Commentardarüber liest; der Pfaffe Jurien ist da, wohin er gehörte, und Baylel Hader unter Geistlichen. — r Entweihung heiliger Dinge.