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kann es nur Surrogate des Goldes geben, goldene Hoffnungen, wiesie die Dichter haben, und wie es auch wohl immer bleiben wird. Wirnannten unser Jahrhundert das philosophische, und noch bescheidenerdas aufgeklärte: „Wer die letzten 25 Jahre gelebt hat," hieß es, „hatfür Jahrhunderte gelebt" (einigermaßen wahr), aber stille Denkerschüttelten die Köpfe über das Kind der Revolution, das sich so ge-schickt des Geistes dieser Revolution zu bedienen wußte, während dieLeiber nichts als alte Vorurtheilc entgegensetzten, und erst zwanzig-jährige Leiden zur Verzweiflung und dann zur Sclbstkcnntniß und Er-mannung brachten, Spanien zuerst, dann den Norden. Europa zer-brach seine schmählichen Ketten, und der Wcltcnstürmer, dessen Augenvon den Zinnen des Kremlin schon den Weg nach Indien gesuchthatten, büßte als Einsiedler aus St. Helena. Das herrlichste Schau-spiel der ganzen Weltgeschichte bieten die Jahre 1813 bis 1815, undwer freute sich nicht, sie erlebt zn haben? Napoleon schritt verwüsten-der über die Erde hin als die gegenwärtig grassirende Cholera, vonder man viel zu viel Lärmen gemacht zu haben scheint, wie von demgroßen Korsen.
Mein Zeitalter ist das politische, das das theologische, Gott seiDank, verdrängte, und eigentlich schon mit der Revolution Nord-amerika's beginnt; aber es flog zu hoch, und dermaßen über vernünf-tige Freiheit hinaus, daß es noch heute nicht räthlich ist, drucken zulassen, was Nils drückt. Lara tomporuin kelioitag, übt sentirs, czussvslis, st, guas ssntias, divers liest — rarissima nobis. ' Vor einemBerliner Kalender von 1812 erblickte ich Saturn mit seiner Sense,der dabei noch Hieber und Pistolen führt, im Hintergründe Charon,der nicht Rath zu schaffen weiß, so Viele drängen sich zur Ucberfahrt;die Umschrift lautet: „Schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit;"es ist etwas besser geworden, aber meinen Kalender will ich doch nichtganz umsonst gekauft haben. Schwimmen gegen den Strom taugt zuallen Zeiten nichts, und das Märtyrthum der Wahrheit ist ein un-dankbares Verdienst, das eher Tadel als Bewunderung erregt; eineinträgliches Amt, eine Pension, ein Orden sind immer besser als dieRolle eines Predigers in der Wüste. „Liebe Kinder, lernt das Maulhalten," sagt Sirach, „wer es hält, wird sich mit Worten nicht ver-greifen;" ja ich bin der Meinung, daß derjenige, der schweigt, wo erreden sollte, z. B. ein Volksvertreter, der sein Terrain geprüft und ge-
t Selten ist das Glück der Zeiten, wo man denken darf, waS man will, und sagen,waS man denkt, — für uns sehr selten.